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Aus, der (amerikanische) Traum!

Der verbreitete amerikanische Traum besteht darin,

  • dass jeder Mensch – egal aus welcher sozialen Schicht und Region er kommt und wer er ist – es schaffen könne, erfolgreich zu werden und aus einem Tellerwäscher ein Millionär werden könne.
  • daß derjenige, der nur hart genug arbeitet, es auch ohne jede (staatliche) Hilfe zum Wohlstand bringen könne

Dieser Mythos wird immer wieder gepflegt und er hält die USA-Gesellschaft zusammen, er macht die USA für Einwanderer attraktiv.

In Wahrheit ist der „Amerikanische Traum“ nur ein Traum!
Für die allermeisten war dies immer eine Illusion bzw. eine Verblendung.
Die Schuld wurde immer denjenigen Menschen selbst gegeben, die dies es aus eigener Kraft nicht schaffen konnten.

Armut ist das Schicksal vieler Menschen in den USA!
Das fanden jetzt Wirtschaftler der Harvard-Universität heraus.
Sie fanden auch große soziale und regionale Unterschiede.

Sehr selten kommt ein Aufstieg von ganz unten nach ganz oben vor:
„Wo man in der Einkommensverteilung beginnt, das bestimmt wesentlich, wo man in ihr endet.“
Armut und Reichtum werden gewissermaßen vererbt. D.h. Der Millionär bleibt Millionär und der Tellerwäscher bleibt Tellerwäscher.

Die Chancen für einen Aufstieg haben sich kaum verändert.
Eine aktuelle Studie von Harvard-Ökonomen ermittelte, dass Kinder, die heute in den USA aufwachsen, zumindest dieselben Aufstiegschancen wie die Kinder vor 50 Jahren haben. Sozialprogramme und weitere Veränderungen haben dies offenbar nicht beeinflusst oder sich gegenseitig ausgehebelt.

Die Kluft zwischen den unteren und oberen Einkommensschichten hat sich vertieft.
Die enormen Gewinne an Wohlstand betreffen nur wenige an der Spitze (das reichste 1 Prozent).
Die reichste Schicht ist in den USA nicht verbunden mit Mobilität.

Wer aus dem unteren Fünftel der Einkommensklassen kommt, wird also in aller Regel dort bleiben.
Kaum ein Tellerwäscher wird zum Millionär oder gar Milliardär.
Die Wissenschaftler ermittelten, daß die USA kein „Land der Chancen“ seien.

Die Aufstiegschancen sind regional höchst unterschiedlich.
Die Aufstiegsmobilität ist im Südosten der USA am geringsten und in den Great Plains am höchsten, relativ hoch ist sie auch an der Westküste und im Nordosten.

Die Wissenschaftler fanden folgende mögliche Gründen für die regional unterschiedliche soziele Mobilität heraus.
1) Dort, wo es einen hohen Anteil von Afroamerikanern gibt, ist die Mobilität von Afroamerikanern und von Weißen nach oben geringer ist.
2) Dort, wo die Trennung der Armen von der Mittelklasse am stärksten ist, sind die Menschen mit geringem Einkommen stärker isoliert, die Aufwärtsmobilität ist am geringsten.
3) Gebiete, in denen die Pendelentfernungen zur Arbeit kürzer sind, weisen eine deutlich höhere Mobilität nach oben auf. So sind geringes Einkommen und lange Pendelzeiten, d.h. wenig Arbeit in der Nähe, mit geringerer Mobilität verbunden.
4) Höhere Steuerausgaben zur Unterstützung der Ärmeren und bessere Schulen führen zu besseren Aufstiegschancen.
5) Familienstrukturen: Gebiete, in denen viele Alleinerziehende und Geschiedene leben, weisen eine geringere Aufstiegsmobilität auf.
6) Es besteht eine Beziehung zum „sozialen Kapital“ eines Gebiets (Kriminalität, politische Partizipation, Wahlbeteiligung, Religion).
7) Armut wird großenteils „vererbt“. Pech hat, wer an Orten aufwächst, in denen die soziale Mobilität von unten nach oben gering ist.

Bekannte politische Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit wie die Durchlässigkeit durch Stadtplanung, Ausbildungsprogramme und Förderung sowie durch eine andere Steuerpolitik. sind allerdings zunehmend nicht unerwünscht – nicht nur in den USA.

 
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