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Das Ende des Geldsegens

Fragwürdiges „Geschäftsmodell“ von Luxemburg und weiteren 9 EU-Ländern

„Mehrere Euro-Staaten hängen am Wohl und Wehe ihrer Banken – die Kundeneinlagen übersteigen die Wirtschaftskraft der Länder dabei um ein Vielfaches.“

(Quelle: www.welt.de, 20.03.13)

In zehn Ländern übersteigt das Volumen der Bankeinlagen die Wirtschaftsleistung des Landes – zum Teil um ein Vielfaches.

Ganz vorne steht dabei das Euro-Musterland Luxemburg. Dieser Zwergstaat erwirtschaftet im Jahr mit einer Bevölkerung von ca. 500.000 Menschen etwa 44 Milliarden Euro an Gütern und Dienstleistungen. Gleichzeitig bunkern die Banken im Großherzogtum 227 Milliarden Euro – mehr als das Fünffache des Bruttoinlandsprodukts.

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Europäische Sparer horten bei den Banken gigantische Summen<br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br />

Die Beiträge der Finanzwirtschaft im Verhältnis zur gesamten Volkswirtschaft sind proportional in Luxemburg viel zu groß.

Das Land und die Bevölkerung leben demzufolge vor allem aufgrund der Steuern aus der Finanzwirtschaft und nicht aufgrund eigener Leistungen.

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Im Vergleich zur Wirtschaftsleistung fällt der Finanzsektor in vielen europäischen Ländern viel zu groß aus<br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br />

Demzufolge fragen die ersten in Luxemburg öffentlich, wie es ohne Geldsegen weiter geht, wie Marc Thill im wort.lu am 30.05.2013:

„Willkommen zurück in einer gerechteren Welt, in einer Welt, in der der Geldsegen nicht mehr vom Himmel fällt, sondern vielleicht wieder ehrlich und der tatsächlichen Größe des Landes angepasst erwirtschaftet, ja, erarbeitet wird.

Natürlich hat uns dieser bisherige Geldsegen hohe Sozialstandards erlaubt. Auch hatten wir ohne Zweifel eine gute Umverteilung des Reichtums, und wir haben zudem sehr vorbildlich jedes Jahr bis zu einem Prozent des Budgets in die Entwicklungspolitik investiert. All dies beruhte auf unserem bisherigen Wirtschaftsmodell. Nur: Inwiefern hat das Geld uns regiert, und wieviel hat es uns gedient?

Wir sollten uns gerade jetzt vielleicht auch die Frage stellen: Leben wir nicht über unsere Mittel? Privat, aber auch als Gemeinschaft? Größenwahn im Großherzogtum? Müssen es an jeder Ecke Schwimmbäder sein, die nur auf Luxus abzielen und einigen Gemeinden bereits jetzt ein Klotz am Bein sind? Erfüllen sämtliche regionalen Kulturhäuser ihre Mission oder sind es manchmal nur Prachtbauten ohne wirkliches kulturelles Leben? Und, und, und …“

Auch  die unglaublich hohe „Arbeitsproduktivität“ in Luxemburg aufgrund der volkswirtschaftlichen Statistiken (Eurostat) ist lächerlich falsch und muß dringend der Wahrheit entsprechen korrigiert werden:

Der „Mehrwert“  wird in Luxemburg vor allem erzielt durch

  • Verwaltungsgebühren,
  • Versicherungsbeiträge,
  • Wechselkurse,
  • Beraterverträge,
  • Börsendienste und ähnliche Vorgänge,

aber nicht durch Herstellung von Produkten und Realisierung tatsächlicher Dienstleistungen!

2003 lag beispielsweise die Bruttowertschöpfung der Finanzdienstleistung in Luxemburg bei  246.900 € pro Beschäftigten, gegenüber ca. 91.100 € im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft.

 
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