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Fußball-Spiele für Massenablenkung

Ausgestellt am 18/06/2014 vom in Gesellschaft

Ja, ich kann eine richtige Spaßbremse sein.

Wenn es um Fußball ging, war ich das schon immer. Wenn es heute um die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2014 in Brasilien geht, bin ich es auch.
– Ansonsten vernünftige Menschen wedeln auf einmal mit schwarz-rot-goldenen Fahnen. 
 
1) „ALLE fiebern dem WM-Titel entgegen“ und „Alle hoffen, daß WIR gewinnen“.
Ja, 26,36 Millionen Zuschauer sahen sich das 1.WM-Spiel der deutschen Mannschaft  in der ARD an (Marktanteil von 81,8 Prozent). 
Dennoch: Ich bin bitte nicht ALLE und möchte es auch nicht sein. Und mit mir geht es einer großen Zahl von Menschen. Eine angeblich „pluralistische“ Gesellschaft läßt Platz für verschiedene Versionen des Lebens!
 
2) Mit den super-reichen Fußball-PROFIS habe ich nichts Gemeinsames.
– Mich würde ja eine sportliche Leistung – egal von wem – noch interessieren. Aber mich interessiert das Leben der Profi-Fußballer nicht, die mir in vielen Werbungen, Nachrichten, Berichten und Sendungen aufgedrängt werden (und „die man doch kennen muß!“)
Der deutsche Fußballer mit dem bestgefüllten Bankkonto ist Miroslav Klose. Der Stürmer von Lazio Rom hat ein Vermögen von 24 Millionen Euro.
Nationalmannschafts-Kollege und Bayern-Kapitän Philipp Lahm darf 24 Millionen Euro sein Eigen nennen.
Etwas weniger hat Bastian Schweinsteiger mit 23,1 Millionen Euro.
– Andere Menschen können in Deutschland selbst von fleißiger und guter Arbeit nicht leben, geschweige denn ohne Arbeit.
– Und in Brasilien selbst gibt es massive Proteste und Demonstrationen, weil Brasilien zu viel Geld für dieses Prestigeprojekt ausgibt. Geld, das an vielen Stellen den Brasilianern fehlt.
 
3) Fußball als Riesen-Geschäft
– Die FIFA wird bei dem Mega-Event etwa drei Milliarden Euro an Gewinn erzielen – für mächtige Konzerne, Finanzgruppen und Investoren. Demgegenüber wird das Gastgeberland Brasilien fast elf Milliarden Euro investieren, ohne daß Gelder in die Sektoren Bildung, Sport, Gesundheit oder Nahverkehr fließen.
– Der Großteil der Bevölkerung kann sich die exorbitanten Eintrittspreise nicht leisten. Die Fußball-Stadien sind „separate Räumen für Eliten“. Ein Stadionbesuch kommt immer mehr einem rein profitorientierten Geschäft gleich, das durch eine ausgeklügelte Marketing-Maschinerie gesteuert wird. Die Mehrheit wird ausgeschlossen. Der Sport rückt immer mehr in den Hintergrund. 
– „Das System der FIFA ist nicht universell, sondern totalitär“, sagt Clemente Ganz Lúcio, namhafter Gewerkschafter und Technischer Direktor für Statistik und Sozioökonomische Studien (DIEESE).
 
4) Fußball-WM tritt die Menschenrechte mit Füßen
– Eine dramatische Film-Doku: The Price of the World Cup
Brasilien säubert für die Fußball WM ihre ganzen Städte. Straßenkinder, Obdachlose und Bewohner der Favelas werden von Polizisten einfach ermordet. Das ist eine blutige WM. 
– Die schlechte Situation der Arbeiter und Menschen vor Ort in Brasilien darf uns nicht gleichgültig sein. Während des Baus der WM-Stadien sind neun Menschen ums Leben gekommen.
– Bis zu 250.000 Menschen seien zwangsumgesiedelt worden, kritisierte eine Sprecherin vom Institut für nachhaltige Entwicklung in Belo Horizonte. 
– „Nosso Jogo“ fordert bindende Menschenrechtsstandards bei sportlichen Großereignissen.
5) Überall nur noch Fußball-Party
– Inzwischen wird das Fußball-Großevent alle zwei Jahre massiv in den Alltag aller Menschen gedrängt – ob sie wollen oder nicht – Live Tv Streaming TV / Videos und Audios zum Thema / Dossier: Rund um die WM 2014
– Die Feierstimmung bei den WM-Gegnern geht gegen Null. Das Thema Korruption rückt immer stärker in den Fokus. „Ich möchte das totalitäre System der FIFA nicht“, sagt z.B. Clemente Ganz Lúcio, (a,a,O,)
– Argentiniens Idol und Insider, Diego Maradona, begann jetzt seine Arbeit als TV-Kommentator mit einer vollen Breitseite gegen den Fußball-Weltverband
Wir werden nachts wach durch das Tor-Gebrüll von Fußballfans in der Nachbarschaft!
– Fast 180.000 Einsatzkräfte sollen für Sicherheit bei der WM sorgen.
6) Deutscher Party-Patriotismus 
Der Deutschland-Trubel macht nicht plötzlich alle Fußballfans zu „Nazis“ (wenn man mit gesundem Nationalstolz lebt und den auch äußert, ist man sowieso nicht gleich „Nazi“). Aber dieser Fußball-Party-Patriotismus kommt harmlos daher und beeinflußt in Wirklichkeit Millionen von Menschen. Patriotismus läßt sich vom Nationalismus schwer abgrenzen. Bei gesundem Sportsgeist ginge die Begeisterung für die eigene Nation nicht unbedingt mit der Abwertung anderer Nationen einher. Aber, hier geht doch oft das bessere Bewerten des eigenen Landes (eigentlich der Fußball-Mannschaft, die für ein Land antritt!) mit der Abwertung aller anderen Länder einher.

Dass die WM ausländerfeindliche Vorurteile in der Bevölkerung fördert, ist inzwischen sogar wissenschaftlich von Forschern um den Bielefelder Erziehungswissenschaftler Wilhelm Heitmeyer nachgewiesen werden: Personen, die nach der Fußball-WM befragt wurden, waren „nationalistischer eingestellt“ als diejenigen, die vorher befragt wurden. 

7) Die Gewinner der Fußball-WM stehen schon fest
1. der Sportartikelkonzern „Nike“. Er hat immerhin 10 Mannschaften mit Unsummen unter Werbevertrag mit dem Swoosh (Darunter Brasilien)
2. die Siegermannschaft muß die aus Brasilien sein – sonst gibt es eine Revolution im Land.
Mal sehen, wie das manipuliert wird…
 
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