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Über die Börse und den Krieg

Ausgestellt am 06/09/2013 vom in Geld, Gesellschaft

Kurt Tucholsky (1930)

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge,die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tunsie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja –
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen
-ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird ein bisschen Krieg gemacht.

Endet es diesmal wieder zur Ablenkung von eigenen Problemen und zur Weiterverfolgung der Weltmacht-Ziele in einem KRIEG,

diesmal von der USA ausgehend (NATO?), von einem Friedens-Nobelpreisträger-Präsidenten angeführt,

zunächst gegen Syrien, dann gegen den Iran,  schließlich gegen Rußland und China – zuletzt überall?

Wann zerstören wir endlich unser zerstörerisches Denken über diese Finanz-Welt und das kapitalgesteuerte Gesellschaftssystem?

 
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