Florian Homm: Die Unsichtbaren Herrscher

Florian Homm beschreibt, wie er als Hedgefonds-Manager Milliarden bewegte und Zugang zu Politik und Geheimdienstkreisen hatte. Nach einem Streit um russische Gazprom-Aktien habe er Drohungen erhalten, die er mit einem Geschäft beantwortete: Mehrheitsbeteiligungen an Halbleiter- und Rüstungsfirmen. Zudem spricht er über Machtstrukturen hinter Wirtschaftseliten, ohne diese Behauptungen zu belegen.

Ich lese zuerst das Dokument, um eine fundierte Zusammenfassung erstellen zu können. Ich hole noch die übrigen zentralen Aussagen aus dem Transkript, damit die Zusammenfassung vollständig wird. Zusammenfassung: „Ihr kennt sie nicht“ – Interview mit Florian Homm

Im Interview unterscheidet Florian Homm scharf zwischen sichtbaren Machtträgern und einer aus seiner Sicht unsichtbaren Geldelite. DAX-Vorstände, Manager der früheren „Deutschland AG“ und Politiker seien keine eigentliche Elite, sondern austauschbare „glorifizierte Angestellte“. Politiker hätten letztlich das umzusetzen, was Kapitalgeber vorgäben. Wirkliche Macht entstehe erst dort, wo sehr große Vermögen, Netzwerke und die Fähigkeit zusammenkämen, Kapital in einer Größenordnung zu bewegen, die Märkte und ganze Volkswirtschaften beeinflusst.

Homm beschreibt seine eigene Position in diesem System: Zur Spitzenzeit habe er mit rund drei bis vier Milliarden Eigenkapital – davon etwa einer Milliarde aus eigenem Vermögen – und zusätzlichen Krediten von sechs bis sieben Milliarden insgesamt etwa zehn Milliarden Dollar bewegen können. Dahinter hätten Investoren mit 100 bis 200 Milliarden gestanden. Sein Beitrag seien Ideen und Transaktionen gewesen; die Geldgeber hätten dafür Gebühren gezahlt und das Spiel um ein Vielfaches größer machen können. Erst auf dieser Stufe beginne sich „die ganze Welt zu bewegen“. Geldelite sei man nach seiner Darstellung ab Vermögen in Milliardenhöhe; die genauen Zahlen seien weniger wichtig als die erreichte Stufe.

Als Beispiele für wenig sichtbare Vermögensmacht nennt Homm die schwedische Wallenberg-Familie, deren Firmengeflecht er als um ein Vielfaches größer als das Vermögen Elon Musks beschreibt, sowie die gebündelten Vermögen orthodoxer und katholischer Kircheninstitutionen. Weitere Namen und Strukturen erwähnt er bewusst nicht und spricht von „No-Go-Areas“. Josef Neckermann sei trotz eines großen Unternehmens mit rund 30.000 Mitarbeitern und trotz Unterstützung durch Banken wie J.P. Morgan Chase an den bestehenden Machtverhältnissen gescheitert. Karstadt sei von der Deutschen Bank als Zentrum der Deutschland AG abgesichert gewesen; Neckermanns begleitende Bank habe in diesem Spiel keine vergleichbare Rolle gespielt. Homms Schluss: Alle wollten Erster sein – das gehe nicht.

Homm schildert zugleich seine persönliche Einbindung in einflussreiche Kreise. Mit 47 Jahren habe er seinen Exit genommen, als ihm bewusst geworden sei, nicht nur aus einer Familie mit CIA- und NS-Bezügen zu stammen, sondern in den USA in ein vergleichbares Umfeld eingeheiratet zu haben. Sein damaliger Schwiegervater sei Mitglied des Council on Foreign Relations und Chef der Bank of Boston für Lateinamerika gewesen, mit Verantwortung auch in der Karibik und Haiti. Beim Vorstellungsgespräch habe dieser ihm klar gesagt, er solle sich benehmen, sonst werde man ihm Probleme machen. Homm verweist außerdem auf Überschneidungen von Militär, Geheimdiensten und Wirtschaft: Rund 60 bis 65 Prozent der männlichen S&P-500-Chefs hätten Kampfsportausbildung, an der Harvard Business School liege der Anteil von Studenten mit militärischem Hintergrund bei etwa zehn Prozent – gegenüber rund einem Prozent in der Gesamtbevölkerung. Makropolitik und militärische Hintergründe gehörten deshalb fest zur Investitionslogik.

Trotz äußerem Erfolg beschreibt Homm eine innere Leere. Er sei Milliardär gewesen, habe zwei Jets, Schlösser, eine Luxusyacht und rund 7.000 Quadratmeter Wohnfläche in mehreren Ländern besessen, dazu Familie und öffentliches Image eines Erfolgsmenschen – und sich dennoch unglücklich, einsam und innerlich unlebendig gefühlt. Ein überlebtes Attentat ein Jahr zuvor sowie innere Zweifel hätten ihn in eine persönliche Krise geführt. In seiner Blütezeit sei er UNESCO-Sonderbeauftragter für Liberia gewesen und habe einen Diplomatenpass besessen; diplomatische Immunität wertet er als Absicherung in einem gefährlichen Geschäft.

Als Beispiel für die Risiken internationaler Finanzgeschäfte erzählt Homm von Gazprom-Aktien, die in New York deutlich teurer gehandelt worden seien als in Moskau, obwohl es dieselbe Firma gewesen sei. Zusammen mit Investoren, darunter Bill Browder von Hermitage, habe man russische Titel günstig kaufen und die teureren westlichen Papiere leerverkaufen wollen, um gleiche Preise und gleiche Behandlung in- und ausländischer Anleger zu erzwingen. Das sei auf Widerstand gestoßen, weil Russland so die Kontrolle über ein strategisches Gut behalten habe. Homm berichtet von einem klärenden Gespräch, das er als Drohung verstand, und von einer Chance-Risiko-Abwägung: Der mögliche Gewinn habe die Gefahr für Leib und Leben nicht aufgewogen. Er verweist auf den Magnitsky-Fall als abschreckendes Beispiel. Schutz durch Organisationen sei in solchen Auseinandersetzungen unverzichtbar gewesen; namentlich erwähnt er IAA und PKK, weitere Strukturen lässt er ungenannt.

Aus der Konfrontation sei anschließend ein weiteres Geschäft entstanden, unter anderem mit östlichen Akteuren im Bereich Militär, Luftfahrt und Halbleiter. Homm sagt, er habe die Mehrheit des größten deutschen Anlagebauers für Halbleiter mit rund 11.200 Mitarbeitern übernommen; andere Player seiner Liga hätten zwei wichtige schweizerische Rüstungsunternehmen mehrheitlich gekauft. Den Zusammenhang mit späteren Konflikten, etwa in der Ukraine, deutet er an, ohne ihn eindeutig zu belegen.

Homm spricht von Selbstüberschätzung: Er habe sich mit russischen Interessen angelegt, anschließend mit denselben Kreisen Geschäfte gemacht und schließlich diejenigen gegen sich aufgebracht, die ihn groß gemacht hätten – das sei der eigentliche Verrat gewesen. Er beschreibt sich als westlich geprägtes Produkt auf der finanziellen Seite, näher bei Interessen, die er mit Rothschilds und Kennedys verbindet. Amerika wolle Russland wirtschaftlich, aber kein starkes Russland. Wer in diesem Terrain spiele, brauche Absicherung; er habe das unterschätzt.

Er rahmt das Ganze als hierarchisches Machtgefüge: oben unsichtbare westliche Geldeliten und Familien, verbunden mit Militär, Rohstoffen und Industrie; darunter sichtbare Manager, Politiker und Märkte, die er als „Scheinwelt“ bezeichnet. Algorithmen und große Player steuerten seiner Darstellung nach 50 bis 70 Prozent der Kursbewegungen. Vergleichbare Machtblöcke vermutet er auch im Osten und Fernosten. Aussagen über verdeckte Strukturen, Geheimdienste, paramilitärische Absicherung und einzelne Organisationen gibt das Transkript als Homms eigene Darstellungen wieder, nicht als unabhängig belegte Tatsachen.

Bildquelle: https://www.youtube.com/watch?v=h9CTFKQfgVY