Wo ist die gute alte Zeit geblieben

Rotz und Wasser – Gute alte Zeit

Es gab mal eine Zeit ,da zählte noch die Menschlichkeit
waren Dinge wie Macht und Gier, nur selten anzutreffen hier
wo die Werte eines Menschen zählten
und wir lieber für die Freiheit wählten

was ist los mit uns , was haben wir getan
was haben wir getan

die Reichen werden reicher , der Arme wird zum Schleicher
heute ist es nicht wies früher war, das Geld ist heut besonders rar
wir knüppeln und malochen sind wir denn hier die Doofen
was ist los mit uns , was haben wir getan
was haben wir getan
was ist los mit uns , was haben wir getan
was haben wir getan

Chorus:

Es war die Zeit sie ist lang her , da war weniger viel mehr
was ist los mit uns , was haben wir getan
was haben wir getan
Es war die Zeit sie ist lang her , da war weniger viel mehr

warum es so beschissen ist ,liegt nicht in unsrem Angesicht
was machen die da oben, wir werden sie nicht loben
wir müssen reagieren , es muss jetzt endlich was passieren
was ist los mit uns , was haben wir getan
was haben wir getan
was ist los mit uns , was haben wir getan
was haben wir getan

Es war die Zeit sie ist lang her , da war weniger viel mehr
was ist los mit uns , was haben wir getan
was haben wir getan. x4

komm mal miteinander klar , die alte Zeit war wunderbar

Was ist Armut???

Ein Geschichte über Armut und Reichtum

(Erzählt von HUM)

Es war einmal – so beginnen viele alte Märchen. Diese Begebenheit spielt in der Gegenwart und kann jeden Tag wieder geschehen.

Es war einmal ein reicher Vater, der seinem Sohn unbedingt zeigen wollte, was es bedeutet arm zu sein. Deshalb ließ er ihn eine kurze Zeit auf einem ärmlichen Bauernhof verbringen. Als der Vater seinen Sohn dann wieder abholte, war er neugierig, wie der Sohn diese Zeit empfunden hatte. Schon im Auto fragte er deshalb: „Nun, was sagst Du zu dieser Erfahrung?“

Der Sohn antwortete nur mit einem kurzen „Gut“. Das war dem Vater zu wenig, deshalb fragte er weiter: „Hast Du etwas daraus gelernt?”

„Oh, ja,“ antwortete der Sohn und begann lebhaft aufzuzählen:

„WIR haben einen Hund, SIE haben vier.

WIR haben ein Schwimmbad mit behandeltem Wasser, das bis zur Mitte unseres Gartens reicht, SIE haben einen ganzen Bach, mit kristallklarem Wasser und Fischen darin.

WIR haben elektrische Beleuchtung im Garten, SIE haben die Sterne und den Mond als Lichtspender.

UNSER Garten reicht bis zum Zaun, IHRER bis zum Horizont.

WIR kaufen das Essen, SIE kochen es.

WIR hören CD´s. SIE hören die Konzerte der Vögel, Grashüpfer und anderer Tiere.

WIR töten unsere Nahrung in der Mikrowelle, SIE essen natürliche Lebensmittel.

WIR bauen Mauern, um uns zu schützen, SIE leben mit offenen Türen und sind von Freunden umgeben.

WIR sind mit dem Handy, PC und TV verbunden, SIE sind mit dem Leben verbunden, mit Himmel, Sonne, Wasser, grünen Wiesen, Tieren und mit ihrer Familie.“

Der Vater war erstaunt über die Aussagen seines Sohnes. Dann zog der Sohn die Schlussfolgerung:

„Vielen Dank, dass Du mir gezeigt hast, wie arm WIR sind!!!“

Was kann der Reiche im Sozialismus kaufen?

„Das Goldene Kalb oder Die Jagd nach der Million“

ist ein satirischer Roman. Er hat die Gier des Menschen nach Geld zum Inhalt und ist zudem ein gutes Beispiel für kritische Texte aus der Zeit der Sowjetunion.

Die Schriftsteller Ilja Ilf (1897–1937) und Jewgeni Petrow (1903–1942) waren als »Ilf und Petrow« berühmt. Sie arbeiteten in den 1920iger Jahren mit Michail Bulgakow und Juri Olescha  zusammen für satirische Zeitungen.

Es war eine Zeit kluger und hervorragender – auch – sozialistischer Satire. Zu den damaligen besten Schriftstellern zählt unbedingt noch Michail Michailowitsch Soschtschenko (1895-1958).

Ilja Ilf und Jewgeni Petrow  erfanden den Superhelden „Ostap Bender„. Das war ein intelligenter, gewitzter und gebildeter Alleskönner, den sie den Beinamen „Großer Kombinator“ gaben.

Dieser Große Kombinator handelt Anfang der 1930er-Jahre im Sowjetureich. Er träumt vom großen Geld zur Erfüllung seines großen Traums. Das will er mit einem großen Coup ergattern. Solche Vorhaben geben im damaligen Land des künftigen Paradieses der Sowjets, zur Zeit des ersten sozialistischen Fünfjahresplanes, jede Menge Konflikte und Stoff für aberwitzige Verwicklungen her. So bekommt dieser Schelmenroman eine schräge Satire. Alle handelnden Personen verstecken sich hinter Masken und spielen Rollen, alles ist doppelbödig, illegal, überall Betrug und Schein. Hinter dem neuen ideologischen Sozialismus-Anstrich lauern die alten Dämonen, die den Menschen umtreiben und zu herzhafter Situationskomik beitragen.

Das Gauner-Team mit Ostap Bender ist in einem der ersten Autos im Land („Antilope Gnu“) auf die Jagd nach dem Millionär Alexander Korejko. Diesen darf es offiziell gar nicht geben, denn er hatte in der frühen Phase des sowjetischen Wirtschaftswunders, der „Neuen Ökonomischen Politik“ (NÖP), über freche Betrugsmanöver Millionen ergaunert. Diese hatte er in der Gepäckaufbewahrung des Bahnhofs in einem Koffer versteckt. Der Millionär selbst lebt aber als kleiner Buchhalter in Odessa  und wartet dort auf bessere Zeiten, in denen er mit seinem großes Geld verprassen könne. Doch Gauner steht gegen Gauner, und Traum gegen Traum: Korejkos schwärmt vom gelobten Rio de Janeiro als sein Maß aller Dinge.

Der Roman ist voller satirisch scharfem Spott über die großen Errungenschaften der Sowjetmacht, wie auch über den sozialistischen Alltag und seine Gefahren.

Und der „Große Kombinator“ kommt im Roman noch an die von einem anderen ergaunerten Million heran. Doch davon hat er nichts in seinem Land, in dem nur das Kollektiv zählt. Er kann nicht einmal ein neues Auto für seinen Freund kaufen, geschweige denn in weißen Hosen auf der Strandpromenade von Rio de Janeiro flanieren.

„Der Traum ist ja gar nicht so wichtig. Seine Ursache muss beseitigt werden. Die Hauptursache ist das Bestehen der Sowjetmacht. Aber die kann ich zurzeit nicht beseitigen. Ich habe einfach die Zeit nicht…“, erklärt er einem anderen im Roman. Ein Versuch der Flucht ins Ausland macht er aber noch …

„Parallel zur großen Welt, in der große Menschen und große Dinge leben, existiert die kleine Welt mit kleinen Menschen und kleinen Dingen… Ihre Bewohner kennen nur ein Streben – irgendwie zu überleben, ohne das Gefühl des Hungers kennenzulernen.“ 

Die Gier nach dem Gelde treibe die Menschen seit biblischen Zeiten offenbar noch stärker.

Der Roman führt den „Tanz ums Goldene Kalb“ gründlich ad absurdum.

Das goldene Kalb oder die Jagd nach der Million: Roman (Die Andere Bibliothek)

  • Gebundene Ausgabe: 450 Seiten
  • Verlag: Die Andere Bibliothek; Auflage: 1 (15. April 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3847703404

Wofür ein Geschäft aufbauen?

Der zufriedene Fischer

In einem Hafen an einer westlichen Küste Europas, liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotografieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen, schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. Klick. Noch einmal: klick, und da aller guten Dinge drei sind und sicher sicher ist, ein drittes Mal: klick.
Das spröde, fast feindselige Geräusch weckt den dösenden Fischer, der sich schläfrig aufrichtet, schläfrig nach seiner Zigarettenschachtel angelt. Aber bevor er das Gesuchte gefunden, hat ihm der eifrige Tourist schon eine Schachtel vor die Nase gehalten, ihm die Zigarette nicht gerade in den Mund gesteckt, aber in die Hand gelegt, und ein viertes Klick, das des Feuerzeuges, schließt die eilfertige Höflichkeit ab. Durch jenes kaum messbare, nie nachweisbare Zuviel an flinker Höflichkeit, ist eine gereizte Verlegenheit entstanden, die der Tourist – der Landessprache mächtig – durch ein Gespräch zu überbrücken versucht.
„Sie werden heute einen guten Fang machen.“
Kopfschütteln des Fischers. „Aber man hat mir gesagt, dass das Wetter günstig ist.“ Kopfnicken des Fischers.
„Sie werden also nicht ausfahren?“ Kopfschütteln des Fischers, steigende Nervosität des Touristen. Gewiss liegt ihm das Wohl des ärmlich gekleideten Menschen am Herzen, nagt an ihm die Trauer über die verpasste Gelegenheit. „Oh? Sie fühlen sich nicht wohl?“ Endlich geht der Fischer von der Zeichensprache zum wahrhaft gesprochenen Wort über.
„Ich fühle mich großartig“, sagt er. „Ich habe mich nie besser gefühlt.“ Er steht auf, reckt sich, als wollte er demonstrieren, wie athletisch er gebaut ist. „Ich fühle mich phantastisch.“
Der Gesichtsausdruck des Touristen wird immer unglücklicher, er kann die Frage nicht mehr unterdrücken, die ihm sozusagen das Herz zu sprengen droht: „Aber warum fahren Sie dann nicht aus?“ Die Antwort kommt prompt und knapp.
„Weil ich heute morgen schon ausgefahren bin.“ „War der Fang gut?“
„Er war so gut, dass ich nicht noch einmal auszufahren brauche. Ich habe vier Hummer in meinen Körben gehabt, fast zwei Dutzend Makrelen gefangen.“

Der Fischer, endlich erwacht, taut jetzt auf und klopft dem Touristen auf die Schulter. Dessen besorgter Gesichtsausdruck erscheint ihm als ein Ausdruck zwar unangebrachter, doch rührender Kümmernis. „Ich habe sogar für morgen und übermorgen genug!“ sagte er, um des Fremden Seele zu erleichtern. „Rauchen Sie eine von meinen?“
„Ja, danke.“
Zigaretten werden in Münder gesteckt, ein fünftes Klick. Der Fremde setzt sich kopfschüttelnd auf den Bootsrand, legt die Kamera aus der Hand, denn er braucht jetzt beide Hände, um seiner Rede Nachdruck zu verleihen. „Ich will mich ja nicht in Ihre persönlichen Angelegenheiten mischen“, sagt er, „aber stellen Sie sich mal vor, Sie führen heute ein zweites, ein drittes, vielleicht sogar ein viertes Mal aus, und Sie würden drei, vier, fünf, vielleicht sogar zehn Dutzend Makrelen fangen. Stellen Sie sich das mal vor!“
Der Fischer nickt.
„Sie würden“, fährt der Tourist fort, „nicht nur heute, sondern morgen, übermorgen, ja, an jedem günstigen Tag zwei-, dreimal, vielleicht viermal ausfahren – wissen Sie, was geschehen würde?“
Der Fischer schüttelt den Kopf.
„Sie würden sich in spätestens einem Jahr einen Motor kaufen können, in zwei Jahren ein zweites Boot, in drei oder vier Jahren könnten Sie vielleicht einen kleinen Kutter haben, mit zwei Booten oder dem Kutter würden Sie natürlich viel mehr fangen – eines Tages würden Sie zwei Kutter haben, Sie würden…“, die Begeisterung verschlägt ihm für ein paar Augenblicke die Stimme, „Sie würden ein kleines Kühlhaus bauen, vielleicht eine Räucherei, später eine Marinadenfabrik, mit einem eigenen Hubschrauber herumfliegen, die Fischschwärme ausmachen und Ihren Kuttern per Funk Anweisung geben, sie könnten die Lachsrechte erwerben, ein Fischrestaurant eröffnen, den Hummer ohne Zwischenhändler direkt nach Paris exportieren – und dann…“ – wieder verschlägt die Begeisterung dem Fremden die Sprache.

Kopfschüttelnd, im tiefsten Herzen betrübt, seiner Urlaubsfreude schon fast verlustig, blickt er auf die friedlich hereinrollende Flut, in der die ungefangenen Fische munter springen. „Und dann“, sagt er, aber wieder verschlägt ihm die Erregung die Sprache. Der Fischer klopft ihm auf den Rücken wie einem Kind, das sich verschluckt hat. „Was dann?“ fragt er leise.
„Dann“, sagt der Fremde mit stiller Begeisterung, „dann könnten Sie beruhigt hier im Hafen sitzen, in der Sonne dösen – und auf das herrliche Meer blicken.“
„Aber das tu ich ja schon jetzt“, sagt der Fischer, „ich sitze beruhigt am Hafen und döse, nur Ihr Klicken hat mich dabei gestört.“ Tatsächlich zog der solcherlei belehrte Tourist nachdenklich von Dannen, denn früher hatte er auch einmal geglaubt, er arbeite, um eines Tages einmal nicht mehr arbeiten zu müssen, aber es blieb keine Spur von Mitleid mit dem ärmlich gekleideten Fischer in ihm zurück, nur ein wenig Neid.

Geschichte von Heinrich Böll

Beispiel Millionär Peter Ackermann aus Berlin

In Deutschland gibt es rund 800.000 Millionäre.

Peter Ackermann gehört dazu. Mit einer Softwarefirma verdiente er sein Geld. Er möchte von seinem Vermögen Hilfebedürftigen abgeben.

Er gründete in Berlin eine Stiftung, die die Ausbildung von Kindern fördert.

Seine Auffassung:

Es muß eine gerechtere Verteilung des Vermögens in Deutschland geben, um eine gesellschaftliche Katastrophe zu verhindern!

http://youtu.be/XtG7hvD9Alo

Nur verschenkte Kopeken zählen!

„Ein reicher Mann lag einst im Sterben. Sein ganzes Leben hatte sich nur um Geld gedreht, und als es nun mit ihm zu Ende ging, dachte er, daß es nicht schlecht wäre, auch im Jenseits immer ein paar Rubel zur Hand zu haben. Darum bat er seine Söhne, ihm einen Beutel voll Rubel in den Sarg zu legen. Die Kinder erfüllten ihm diesen Wunsch. Im Jenseits angekommen, entdeckte er eine Anrichte mit Speisen und Getränken, wie im Erster-Klasse- Wartesaal eines großen Bahnhofes. Vergnügt betrachtete er seinen Beutel und trat an die Theke. Alles, was dort angeboten war, kostete eine Kopeke: die appetitlichen Pastetchen ebenso wie die frischen Sardinen und der Rotwein. „Billig“, dachte er, „alles sehr billig hier,“ und wollte sich einen guten Teller voll bestellen. Als der Mann an der Theke ihn fragte, ob er auch Geld habe, hielt er ein Fünf-Rubel-Stück hoch. Doch der Mann sagte trocken: „Bedaure! Wir nehmen nur Kopeken!“ Der Reiche, inzwischen – wie sich leicht nachvollziehen läßt – furchtbar hungrig und durstig, befahl daraufhin seinen Söhnen im Traum, den Beutel mit Rubeln im Grabe auszutauschen gegen einen Sach Kopeken. So geschah es. Und triumphierend trat er wieder an die Theke. Doch als er dem Mann hinter der Theke eine Handvoll Kopeken übergeben wollte, sagte der lächelnd, aber bestimmt: „Wie ich sehe, haben Sie dort unten wenig gelernt. Wir nehmen hier nicht Kopeken, die Sie verdient, nur die Sie verschenkt haben.““
Leo N. Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller