Wen meint Merkel mit WIR in Deutschland?

Rainer Rupp beobachtet den Wahlkampf für die Bundestagswahl im September 2017.

Vor allem der Wahlslogan der CDU, „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“, stößt bei Rupp für Kritik. Er fragt sich: Wen meint Bundeskanzlerin Angela Merkel mit „wir“? So ist zum Beispiel trotz anhaltend guter Konjunktur das Armutsrisiko von Kindern in Deutschland auf einen Rekordstand gestiegen. Auch die Zahl der Haushalte, die von Armut bedroht sind, nimmt zu. Hinzu kommen Minijobber und Menschen, die von einer Vollzeittätigkeit nicht mehr leben können. Auf der anderen Seite steigen die privaten Vermögen. Wen also meint Merkel? (Quelle: Videotext von Rainer Rupp)

Vermögensstudie St. Gallen

https://www.youtube.com/watch?v=dQz07xR-F3g

Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen und Personen, die stehen

Arme immer ärmer und Reiche immer reicher!

Vortrag von Albrecht Müller  am 25. November 2016 bei der Volkshochschule Heilbronn

– Die Daten zur Lage der Einkommens- und Vermögensverteilung sind verheerend und werden sich weiter verschlechtern. Der Teufel „scheißt“ auf den größeren Haufen.
– Warum werden Fragen nach der ungerechten Einkommens- und Vermögensverteilung nicht öffentlich diskutiert?
– Wir waren eingeschüchtert und verblendet. Es war in der Wissenschaft, der Politik und den Medien nicht „passend“, die Frage nach der gerechten Verteilung zu stellen.
– Wir waren in vielerlei Hinsicht manipuliert. Diejenigen, die über viel Geld und Medien-Macht verfügen, machten eine solche Propaganda, die die Frage nach einer gerechten Verteilung von Vermögen und Einkommen vom Tisch wischten.
– Zusätzlich verschoben politische Entscheidungen die Vermögen und Einkommen zulasten der Mehrheit und zugunsten der Oberschicht:

  • die Agenda 2010,
  • keine aktive Beschäftigungspolitik
  • die nach oben umverteilende Steuerpolitik;
  • die Auflösung der Deutschland AG und gleichzeitig die Befreiung der Gewinne beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen von der Einkommensteuer;
  • die Privatisierung öffentlichen Vermögens und der öffentlichen Dienstleistungen.
  • Die Privatisierung der Altersvorsorge.

–  Wir können im bestehenden Gesellschaftssystem keine Hoffnung haben, daß sich diese Lage verbessert und daß die Spaltung geringer wird.
–  Wenn das deutsche Grundgesetz und die Verpflichtung zur Sozialstaatlichkeit ernst genommen wird,  dann muß  die Ignoranz der Politik-Verantwortlichen gegenüber der Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland als ständiger  Verfassungsbruch bewertet werden.
– Welche Gegenstrategien gäbe es?

https://vimeo.com/196410278

Weihnachtslied von Erich Kästner

Weihnachten, Armut

Fotoquelle: pixabay.com

“Morgen, Kinder, wird’s nichts geben”

Weihnachtslied von Erich Kästner

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben

Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt wenn man`s bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist`s noch nicht so weit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt`s Weihnachtsfest genug.
Christentum vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen –
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt`s an Holz!
Stille Nacht und heil`ge Nacht –
Weint, wenn`s geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder wird`s nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen Kinder lernt für`s Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht soweit…
Ach, du liebe Weihnachtszeit!

In Zeiten der Kinderarmut in solch reichen Ländern wie Deutschland gilt dieses Gedicht aus dem Jahre 1929 immer noch.

HIER eine Interpretation und Erweiterung der Betrachtung zu diesem klassischen Polit-Gedicht.

Oxfam: Armutsstudie

Ergebnisse der Armutsstudie der Hilfsorganisation Oxfam

Die Ungleichheit in der Welt bezüglich des finanziellen Vermögens wächst immer schneller.

  • Das reichste Prozent der Weltbevölkerung wird schon im kommenden Jahr mehr besitzen als die restlichen 99 Prozent.

­ Diese Tendenz und das Ausmaß sind erschreckend: Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer schneller auseinander.

  • Vom kommenden Jahr an wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr als die Hälfte des weltweiten Wohlstands besitzen.

Die Tendenz: Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer schneller auseinander.

„Die Kluft zwischen den Reichsten und dem Rest wird schnell tiefer“, so die britische Organisation Oxfam.

  • Das reichste Prozent in der Welt besaß 2009 bereits 44 Prozent des Wohlstands.
  • Im  Jahr 2014 war der Anteil schon auf 48 Prozent gewachsen.
  • 2016 wird das eine Prozent der Superreichen mehr als 50 Prozent des weltweiten Wohlstands besitzen. In der Gruppe der Reichsten habe jeder Erwachsene ein Vermögen von 2,3 Millionen Euro.
  • Noch drastischer ist das Bild an der Spitze der Reichsten: Die 85 reichsten Menschen der Erde besitzen genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen (rund 3,5 Milliarden Menschen).
  • Fast das gesamte Resteigentum liegt laut Oxfam derzeit in den Händen von 20 Prozent der Weltbevölkerung. Den verbliebenen Reichtum von etwa 5,5 Prozent würden sich die übrigen 80 Prozent der Menschheit teilen.

„Das Ausmaß der globalen Ungleichheit ist einfach erschütternd.“ (Oxfam­-Direktorin Winnie Byanyima)

Staats-Maßnahmen zum Stoppen der weiteren Zunahme dieser Ungleichheit:

  • die Bekämpfung von Steuervermeidung und Steuerflucht vor allem der Großkonzerne
  • die Besteuerung von Kapital anstelle von Arbeit
  • die Einführung von Mindestlöhnen sowie
  • die Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen.

Regierungen sollten sich gegen Interessengruppen durchsetzen, „die einer faireren und gedeihlicheren Welt im Wege stehen.“

Das dürfte jedoch nicht funktionieren, solange die staatlichen Regierungen die Interessensvertreter der Reichen und Mächtigen sind, statt der Bevölkerungen.

Armutsstudie von Oxfam: Das reichste Prozent besitzt mehr als alle anderen zusammen ­

Quellen:

Wie arm die meisten Deutschen sind

Wer ist arm?

Wie kann man Armut messen?

Der Paritätische Wohlfahrtsverband (PWV) gibt an, daß die Armut in Deutschland einen historischen Höchststand habe.

Herkömmliche Armutsdefinition:  Ein kinderloser Single ist arm, der im Monat weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Höhe von 1.778 Euro verdient. Das sind 1.067 Euro.

Aber die Politiker wollen / müssen beschönigen, weshalb an der Definition von Armut herum gebastelt wird.

Deshalb kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln)  zu einer etwas anderen Sicht der Realität in Deutschland:

– nur 3,5 Prozent aller Deutschen sind laut IW reich.

Diese kleine Gruppe trage einen großen Beitrag zur Finanzierung des Sozialstaats bei: „Saldiert man die betrachteten Transfers, Renten und Abgaben, dann bekommt ein Single der unteren Einkommensschicht durchschnittlich 414 Euro vom Staat, ein Einkommensreicher zahlt knapp 3000 Euro im Monat“

Arme in Deutschland:

  • IW: 14,7 Prozent aller Deutschen sind arm.
  • PWV: 15,5 Prozent Armutsquote, 12,5 Millionen Menschen (2013)

Reiche in Deutschland:

IW: wer im Monat netto 4.445 Euro in der Tasche hat = 3,5 Prozent der Bevölkerung.

Die Reichen zahlen beinahe 25 Prozent des Einkommensteueraufkommens

Die Reichen in Deutschland zahlen nur sechs Prozent zum Gesamtaufkommen der Sozialbeiträge – wegen der Deckelung der Sozialbeiträge ab einer bestimmten Einkommenshöhe.

Mittelschicht in Deutschland

Rund 49 Prozent der Bevölkerung gehörten zur Mitte „im engeren Sinne“, d.h. zwischen 80 und 150 Prozent des mittleren Einkommens von netto 1778 Euro im Monat.

16,6 Prozent davon gehören zur einkommensschwachen Mitte (Diese Haushalte erzielen 60 bis 80 Prozent des mittleren Einkommens)

16,3 Prozent der Bevölkerung bilden laut IW die einkommensstarke Mitte (zwischen 150 und 250 Prozent eines Durchschnittsverdieners)

Die einkommensstarke Mittelschicht steuert dagegen 27,8 und die mittlere Mittelschicht 53,6 Prozent zum Gesamtaufkommen der Sozialbeiträge bei.

Quelle: n24.de

arm_und_reich

 

 

Reicher und armer Mann

„Reicher Mann und armer Mann
standen da und sah´n sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.‘ “

(Bertolt Brecht)

19.03.2015 – Antwort auf die Regierungserklärung der Bundeskanzlerin zum bevorstehenden EU-Gipfel

8.03.2015 – Rede bei den Blockupy-Protesten anlässlich der Eröffnung der EZB-Zentrale in Frankfurt am Main

Arm und Reich

Immer unerträglicher!

Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: Die Schere zwischen Gering- und Spitzenverdienern geht immer weiter auseinander.

Sechs Billionen Euro beträgt das Vermögen der Deutschen. Das wäre genug, damit alles Menschen des Landes in Ruhe und Wohlstand leben könnten. Aber dieses Vermögen ist viel zu ungleich verteilt

In Deutschland ist der Unterschied zwischen der obersten und der untersten Einkommensgruppe bei Arbeitnehmern (die Studie ließ interessanterweise Frauen aus!!!) des Jahrgangs 1972 doppelt so groß wie bei den 1935 Geborenen.

Löhne im unteren Bereich sind über die letzten Jahrzehnte real gesunken, im mittleren Bereich in etwa stabil geblieben, im oberen Lohnbereich gestiegen.

Hauptverantwortlich hierfür sind das Lohndumping und der Kahlschlag bei den Renten und den Sozialleistungen, die mit der Regierung Schröder &Fischer begannen und anschließend von allen weiteren Bundesregierungen fortgesetzt wurden.

Diese Politik befördert unmittelbar die Zunahme von Armut und gefährdet auch das Bildungsniveau und die Zukunftschancen nachfolgender Generationen.

Sie ist eine Gefahr für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

In keinem anderen Land der Eurozone sind die Vermögen von Arm und Reich so weit auseinander, wie in Deutschland!

Die Forderungen zur Veränderung:

Deutschland muß wieder ein Land werden, in dem der Wert guter Arbeit hoch geschätzt wird und sich Arbeiten wieder  lohnt. Wenn aber viele  Menschen noch nicht einmal von der Arbeit existieren können, dann ist das ein Hohn!

Deutschland muss eine solidarische Gesellschaft werden, in dem

  • für gute Arbeit gute Löhne gezahlt werden,
  • Selbständigkeit und Unternehmertum sich lohnen,
  • alle Menschen von ihrer Rente leben können,
  • Steuergerechtigkeit herrscht
  • zuerst in die Zukunft der Kinder mit deren Kultur und Bildung investiert wird