Märchenwelt: Wer viel leistet, wird reich!

Mit seinen Thesen brachte Finanzexperte Carsten Maschmeyer (ehemals AWD) die linke Politikerin Sahra Wagenknecht in einer Fernsehshow bei Günther Jauch im März 2013 auf die Palme:

„Wer viel leistet, der wird reich. Das ist doch eine Märchenwelt“, griff die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken ihn an. Für sie sind Outsourcing, Lohndumping und prekäre Arbeitsverhältnisse eine direkte Folge der hohen Gehälter und der Bonuszahlungen.

Wagenknecht sprach sich dafür aus, dass nicht die Aktionäre, sondern der Staat selbst über die Höhe der Zahlungen bestimmt.

Ein Manager soll allerhöchstens 20 Mal so viel verdienen wie sein am schlechtesten bezahlter Angestellter, forderte sie. Aus dem am schlechtesten bezahlten Angestellten machte Jauch einen Facharbeiter – und ließ das Publikum darüber abstimmen. 58 Prozent unterstützten dabei die Forderung nach der strengen Deckelung von Gehältern.

Sahra Wagenknecht über Politikdarsteller, Korruption und die Deutsche Bank

EAV – Geld oder Leben

Text: Geld oder Leben

Es beherrscht der Obolus
seit jeher unsern Globulus.
Mit anderen Worten: Der Planet
sich primär um das eine dreht!

Drum: Schaffe, schaffe, Häusle baue!
Butterbrot statt Schnitzel kaue!
Denn wer nicht den Pfennig ehrt,
der wird nie ein Dagobert!

Ref:
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — Geld oder Leben!

Ach, ach was!

Es ist vom Volksmund eine Linke,
daß das Geld gar übel stinke.
Wahr ist vielmehr: Ohne Zaster
beißt der Mensch ins Straßenpflaster.

Ref:
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — Geld oder Leben!

Es sagt das Sprichwort: „Spare, spare,
denn dann hast du in der Not!“
Der eine spart, kriegt graue Haare,
der and’re erbt nach seinem Tod.

Dollar, D-Mark, Schilling, Lire,
Rubel, Franken oder Pfund:
Die Vermehrung uns’rer Währung
ist der wahre Lebensgrund.

Der Mammon sagt, man, sei ein schnöder,
doch ohne ihn ist’s noch viel öder.
Im Westen, Osten oder Süden
überleben nur die Liquiden.

Ohne Rubel geht die Olga
mit dem Iwan in die Wolga.
Für Karl-Otto gilt dasselbe:
Ohne Deutschmark in die Elbe!

Ref:
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — Geld oder Leben!

Wenn Achmed keine Drachmen hat,
lutscht traurig er am Dattelblatt.
Es macht Umberto ohne Lire
mit Spaghetti Harakiri.

Hat der Svensson keine Öre,
eilt von dannen seine Göre.
Nimmt man mir den letzten Schilling,
hab‘ auch ich kein gutes Feeling.

Ref:
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — Geld oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld — oder Leben!
Geld, Geld!

DAS GEHEIMNIS DES REICHTUMS

Anderen wirklich genug zu geben, um die Geistesprägungen
anzulegen, die später dazu führen werden, dass man zu großem
Reichtum gelangt, kann nur jemand, der eigentlich keinen großen
Unterschied zwischen sich selbst und anderen sieht.

Die beste Chance, wirklich großzügig zu anderen zu sein, hat ein
Mensch, der dass größte Geheimnis des Lebens erfaßt hat – den
größte Quell allen Glücks: ein Mensch, der begriffen hat, dass
es zutiefst langweilig, uninspirierend und mit dem gesamten Sinn
und Zweck unseres menschlichen Daseins unvereinbar ist,
lediglich für ein einziges „Ich“, einen einzigen Mund und einen
einzigen Magen zu arbeiten.

Es macht riesigen Spaß, ist eine unerschöpfliche, niemals
endende Freude, sich selbst so zu erweitern, dass andere Körper
mit einbezogen sind, und sich dann um sie zu kümmern. Und sofern
diese ganze Geschichte über das verborgene Potenzial und die
Prägungen wirklich stimmt, wäre es die beste Möglichkeit, sich
um andere zu kümmern, wenn man sie dazu anregen könnte, selbst
reich zu werden, sich des Reichtums zu erfreuen und ihn mit Sinn
zu erfüllen.

Denken Sie einmal gründlich darüber nach: Reichtum in dieser
Weise mit anderen zu teilen – durch die uneingeschränkte
Verbreitung des Wissens über die Schaffung von Reichtum – ist
die profundeste Methode, wie Sie die Samen für völlig ungeahnten
Reichtum in den eigenen Geist einpflanzen können.“

Geshe Michael Roach

Wer reich ist, lebt länger!

Die Kluft zwischen Arm und Reich wird in den westlichen Ländern immer größer. Das gilt nicht nur für das materiell-finanzielle Vermögen sondern auch bezüglich der Lebenserwartung.

Wer arm ist, der muß früher sterben.

Das geht aus dem Armuts- und Reichtumsbericht 2012 der Bundesregierung der  BRD hervor.

Laut Forschungen des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) und des Robert- Koch-Instituts haben Wohlhabende eine deutlich größere Chance für ein langes Leben.

Dabei gibt es zusätzlich noch interessante Unterschiede bezüglich der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern.

Eine erstaunliche Tatsache dabei ist die, dass die Unterschiede zwischen wohlhabenden Frauen und armen Frauen deutlich geringer ausfallen.

  • Arbeitslosigkeit: Frauen leiden weit weniger darunter als Männer. Sie fühlen sich nicht wertlos oder minderwertig, weil die traditionelle Rolle des Ernährers der Familie immer noch mehr beim Mann liegt. Besonders in den unteren Schichten.
  • Unsicheres Beschäftigungsverhältnis: Dafür leiden Frauen aber deutlich mehr unter materieller Unsicherheit. Frauen in so genannten „prekären Beschäftigungsverhältnissen“ leiden an 35% mehr Tagen unter körperlichen Beschwerden als ihre gut verdienenden Altersgenossinnen. Aber auch hier können sich Frauen eher aus der Lage befreien, als Männer: Z.B. suchen Sie  sich einen neuen Partner, der ihnen ein besseres Leben bietet.
  • Zufriedenheit mit dem verfügbaren Einkommen: Sind Frauen mit dem Einkommen oder der finanziellen Ausstattung zufrieden, sind kaum noch Unterschiede zwischen arm und reich feststellbar. Dies ist den Studien zufolge ein rein psychischer Effekt. Unzufriedenheit mit der Einkommenslage und Existenzangst setzt ihnen sehr viel stärker zu als Männern und führt oft zu depressiven Erkrankungen.
  • Ehe/Partnerschaft, soziale Netzwerke: Frauen sind, im Gegensatz zu den Männern, gerade im Alter wenig auf eine Partnerschaft angewiesen. Für sie sind soziale Netzwerke von weit höherer Bedeutung. Mit Freunden auszugehen und mit Mitmenschen zusammen zu arbeiten und zu kommunizieren hat für die Frauen und ihre Lebenserwartung einen positiven Effekt. Frauen pflegen auch – eher als Männer – ihre familiären Kontakte, die ihnen Sicherheit und Unterstützung bieten.
  • Bildung: Frauen definieren ihr Selbstwertgefühl weniger über ihre Bildung und Karriere. Sie entwickeln hier seltener Minderwertigkeitsgefühle und Depressionen als Männer. Sie überfordern sich nicht so sehr wie Männer, um Respekt und Anerkennung zu erlangen.
  • Physische Belastung: Erstaunlicherweise wächst die Lebenserwartung bei Frauen, die körperlich belastende Berufe gewählt haben – ganz im Gegensatz zu den Männern.
  • Gesündere Lebensführung: Frauen achten im Allgemeinen eher auf eine gesündere Lebensführung und sind weniger anfällig für übermäßigen Genuss von Alkohol und Tabak. Sie stehen auch weniger unter dem Druck, sich beweisen zu müssen, als die Männer. Weibliche Senioren scheuen Arztbesuche weniger. Sie sind eher bereit, ärztliche Ratschläge anzunehmen und ihre Lebensführung daran auszurichten.

Was könnte die Lösung für ein längeres und erfüllteres Leben sein?

  • Die einen fordern dafür den Wohlfahrts-Staat mit dem Ausbau der sozialen Fürsorge oder des Gesundheitswesens nach dem illusorischen Konzept  „Wohlstand für alle“.
  • Thomas Lampert vom Robert-Koch-Institut fordert dagegen die Wirtschaft (bzw. der „Arbeitsmarkt“), die den Menschen in den unteren Einkommensschichten Beschäftigungsverhältnisse schaffen sollten, die sicher seien, mit angemessener Entlohnung, familiengerechten und altersangepassten Arbeitszeitmodellen. Das seien angeblich die Voraussetzungen für ein gesünderes, erfüllteres und längeres Leben.

Leider kann das eine profitorientierte Wirtschaft nicht bieten und ein bankrotter Staat nicht finanzieren!

Deshalb sind solche Aussagen wie die von RKI akademisches Dummgeschwätz und eine Beleidigung der Menschenmassen, die nicht wissen, wie sie finanziell den Monat oder den Tag überstehen sollen. Schon in der Jugend bekommen sie für ein „gesundes, erfülltes und langes Leben“ in diesem Gesellschaftssystem keine Lebensvision.

Spiegel-Online am 11.08.201:1

Hohe Arbeitslosigkeit: Europas Jugend ohne Zukunft

Schwere Zeiten für die jungen Menschen in der EU: Mehr als 20 Prozent der 15- bis 24-Jährigen haben neuen Zahlen zufolge keinen Job, in Spanien ist inzwischen fast jeder Zweite arbeitslos – und die Aussichten sind alles andere als positiv. Selbst die recht guten Daten aus Deutschland sind trügerisch.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hohe-arbeitslosigkeit-europas-jugend-ohne-zukunft-a-779610.html

euractiv.de am 2.2.2012: 

Kommission schickt EU-Experten in acht Krisenländer

Arbeitslosigkeit: Rekordwerte in EU und Euro-Zone

Die Arbeitslosigkeit hat in der EU und in der Euro-Zone neue Höchstwerte erreicht. In acht EU-Ländern ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt für junge Menschen so schlecht, dass die EU-Kommission nun Expertenteams vor Ort entsendet.

http://www.euractiv.de/regionalpolitik/artikel/arbeitslosigkeit-rekordwerte-in-eu-und-eurozone-005926

Insgesamt sind es offiziell, politisch nach unten geschönte, etwa  25 Millionen arbeitslose Menschen im Europa der 27 Mitgliedsländer  (Dezember 2011 in der EU27 insgesamt 23,8 Millionen Menschen). Wenn wir ca. 30 % Realitätszuschlag geben, dann sind das über 32 Millionen Menschen. Und diese Zahl wird  aufgrund der gesellschaftlichen Krise noch größer!

Tatsächliche Arbeitslosigkeit in Deutschland im Februar 2013: 3.967.408
Offizielle Arbeitslosigkeit: 3.156.242
Nicht gezählte Arbeitslose: 811.166

Nicht gezählte Arbeitslose aufgeschlüsselt:
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I und/oder ALG II: 191.839
Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten): 97.713
Förderung von Arbeitsverhältnissen: 3.951
Fremdförderung: 75.996
Beschäftigungsphase Bürgerarbeit: 28.454
berufliche Weiterbildung: 155.364
Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte): 157.155
Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 5.687
Kranke Arbeitslose (§126 SGB III): 95.007

Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht Februar 2013, Seite 64. Die dort aufgeführte Altersteilzeit sowie Gründungszuschüsse und sonstige geförderte Selbstständigkeit haben wir in der Tabelle nicht berücksichtigt. Die dort ebenfalls aufgeführten älteren Arbeitslosen, die aufgrund verschiedener rechtlicher Regelungen (§§ 428 SGB III, 65 Abs. 4 SGB II, 53a Abs. 2 SGB II u.a.) nicht als arbeitslos zählen, befinden sich in der Gruppe Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I oder ALG II.

Zitat: www.die-linke.de/politik/themen/arbeitsmarktundmindestlohn/tatsaechlichearbeitslosigkeit/

Dieses Gesellschafts-System ist am Ende.

Es dient den wenigen Super-Reichen, die sich das Recht nehmen, länger leben zu können.

Deshalb kann es den meisten Menschen keine Chance für ein längeres Leben bieten.

 

Volksentscheid über Grundeinkommen!

Grundeinkommen-Liebe

1. Die kapitalistische Gesellschaft war nie in der Lage und ist vom Konzept nie darauf gerichtet gewesen, auf das Wohl aller Menschen hin zu streben, sondern für die wenigen Besitzer von viel Geld und großen materiellem Vermögen.

Deshalb dürfte sich eigentlich niemanden wundern, daß die Schere zwischen Arm und Reich immer größer und unerträglicher wird – siehe Armutsbericht der deutschen Bundesregierung.

2. Die heutige Technik und Technologie (nicht zuletzt der Computer) ermöglicht eine Produktivität der Wirtschaft (Arbeitsproduktivität), die immer weniger Menschen als Arbeitskräfte braucht.
Nach OECD-Analysen nimmt in aller Regel die Arbeitsproduktivität mittel- und langfristig zu, während die Kapital-Produktivität eher sinkt.
Eine langfristig sinkende Kapitalproduktivität ist jedoch für die Grundidee dieser kapitalistischen Gesellschaft problematisch, da dieses bedeutet, dass langfristig die gesamtwirtschaftliche Kapitalrentabilität (Kapitaleinkommen im Verhältnis zum Kapitalstock) nur gehalten werden kann, wenn der Anteil der Arbeitseinkommen am BIP verkleinert wird. Dieses hätte natürlich spätestens dann ein Ende, wenn die Lohnquote den Wert Null erreicht hätte. Diese Tendenz haben die verantwortliche Politik und Wirtschaft  in Deutschland in den letzten Jahren versucht und erreichten damit immer katastrophaler werdende soziale Verhältnisse.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Produktivit%C3%A4t)

3. Laut einer sogar offiziellen Analyse des Statistischen Bundesamts der BRD waren 7,4 Millionen Erwerbsfähige arbeitslos.
(Hierzu gehören auch versteckte und verdeckte Arbeitslosigkeit sowie stille Reserve: http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosenstatistik)
Die Zahl der sozialen Hilfeempfänger liegt zudem bei rund 7,5 Millionen.
D.h. etwa 15 Millionen Menschen existieren in Deutschland nicht von Arbeitslohn, sondern sowieso schon von würdeloser und geringer Hilfe des Staates!

Dennoch orientieren Politiker und Wirtschaftswissenschaftler heute immer noch auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und damit Arbeitslohn!
Das ist generell und in diesem kaptialistischen Gesellschaftssystem völlig illusorisch und weltfremd.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen in angemessener Höhe für alle Menschen in der Gesellschaft wäre eine Möglichkeit, auf die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft zu reagieren.

  • Damit würde das gesamtgesellschaftliche Vermögen allen zur Verfügung gestellt.
  • Damit würde ein Existieren in Würde für jeden Menschen gesichert werden.
  • Damit würden Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit hergestellt werden können.
  • Damit könnte Ludwig Erhards Idee der sozialen Marktwirtschaft mit „Wohlstand für alle“ umgesetzt werden.

In der Schweiz ist eine breite gesellschaftliche Debatte über das bedingungslose Grundeinkommen seit einigen Monaten im Gang.
40.000 Unterschriften fehlen noch, um zur Volksabstimmung über dieses Thema zu kommen.
Die Initiatoren bringen grundliberale und humanistische Argumente mit großer Popularität.

Sie fordern ein monatliches bedingungsloses Grundeinkommen von 2.000 Euro.

Das Ende des Geldes

"Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem
 Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt
 wird", meint Franz Hörmann.

Interview mit Dr. Franz Hörmann, Univ. Prof. im Institut für Unternehmensrechnung an der Wirtschaftuniversität Wien, Autor des Buches „das Ende des Geldes“ – und wie es weiter gehen KÖNNTE.

Banken erfinden Geld aus Luft
DANIELA ROM, 13. Oktober 2010, 07:05

Warum das Finanzsystem ein Betrugsmodell ist, was Bilanzen damit zu tun haben und warum der ultimative Crash droht, erklärt der Wiener Wirtschaftwissenschafter Franz Hörmann
Für Franz Hörmann, Professor an der Wirtschaftsuniversität in Wien, ist die Zeit der Banken und des Geldes vorbei. Ein Paradigmenwechsel sowohl in den Wirtschaftswissenschaften, als auch in gesamtgesellschaftlicher Hinsicht, ist für ihn unumgänglich. Im Gespräch mit derStandard.at erklärt er, warum wir die Banken getrost ignorieren können, die freien Märkte „Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten“ sind und noch in den nächsten drei Jahren der Zusammenbruch des gesamten Systems droht.

derStandard.at: Sie gehen davon aus, dass sich Gesellschaft und Wirtschaft in den kommenden Jahren völlig verändern werden. Hat unser derzeitiges Finanz- und Wirtschaftssystem ausgedient?

Franz Hörmann: Definitiv in jeder Hinsicht. Weil wir aus Sicht der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften Modelle verwenden, die auf die alten Römer zurückgehen. Das Zinseszinssystem stammt aus dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend, die doppelte Buchhaltung aus dem 15. Jahrhundert. Und es gibt keinen Bereich unserer Gesellschaft und der Wissenschaften, wo Methoden dieses Alters überhaupt noch ernst genommen werden. Aber es dient dazu, gesellschaftliche Eliten mächtig und reich zu erhalten, deswegen ändert sich nichts.

derStandard.at: Läutete die Krise nun ein Umdenken ein?

Hörmann: Das denke ich schon. Die heutige Krise geht von den Banken aus. Banken erfinden im Kreditprozess Geld. Wenn man aber Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weiter gibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell. Das ist auch der Hintergrund des Bankgeheimnisses. Banken können überhaupt nicht offenlegen, wo beispielsweise die Zinsen für Sparbücher, Bausparverträge oder Sonstiges herkommen. Denn wenn sie das täten, müssten sie zugeben, dass das alles in Wirklichkeit verkettete Pyramidenspiele sind. Diese verdeckte Geldmengenausweitung hat mit der doppelten Buchführung begonnen. Weil wenn man mit Geld eine Sache kauft, dann wechselt das Geld in Wahrheit den Besitzer. Der Verkäufer hat das Geld, der Käufer hat die Sache. Ab dem Moment ist die Sache aus wissenschaftlicher Sicht nicht mehr in Geld bewertbar. Trotzdem schreiben wir diese Geldbeträge in Bilanzen rein.

derStandard.at: Den Banken und dem Finanzsystem zu vertrauen ist also ein Fehler?

Hörmann: Das Vertrauen ist ja in den letzten Jahren von den Banken systematisch missbraucht worden. Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird. Solange man mit Eigenkapital als Sicherheit zur Bank geht und die erzeugt aus Luft echtes Geld, das eine Zahlungsmittelfunktion hat, haben wir ein Problem. Eigenkapital ist eben kein Geld, es ist eine Rechengröße. Nach irgendwelchen Regeln wird die Aktivseite bewertet und dann die Schulden abgezogen. Wenn ich ein drei Meter langes Brett habe und ziehe ein zwei Meter langes Brett ab, dann hab ich immer noch kein ein Meter langes Brett, ich habe eine Differenz. Wenn ich ein ein Meter langes Brett haben will, dann muss ich die zwei Meter abschneiden. Ökonomisch heißt das, ich muss die Aktiva liquidieren, damit ich das Geld kriege. Zu Liquidationserlösen sind aber alle Unternehmen weltweit pleite. Auch Staaten können sich daher in Wirklichkeit gar nicht verschulden. Ein Staat, wenn man ihn als Summe des gesamten Geldflusses versteht, wo soll sich der verschulden? Warum gerade bei einer Privatbank? Ein Staat müsste sein Geld eigentlich selbst erzeugen, und zwar basisdemokratisch.

derStandard.at: Was ist dann von einer Rettung wie im Falle Griechenlands zu halten?

Hörmann: Die europäischen Länder haben nicht unbedingt die Griechen gerettet, sondern ihre eigenen, in erster Linie die deutschen Banken, die hier absurde Kredite vergeben haben. Die Zusammenhänge sind auch völlig absurd, wenn man sich Folgendes überlegt: Der Staat verschuldet sich bei den Banken, um die Zinsen der Schulden, die er bei den Banken hat, zu begleichen oder um die Banken zu retten, bei denen er selber Schulden hat. Da versteht ja keiner mehr, wer eigentlich bei wem Schulden hat und was Schulden eigentlich sind.

derStandard.at: Die Systemrelevanz von Banken und das „too big to fail“-Argument und die Bankenrettungspakete sind für Sie also reines Eigeninteresse?

Hörmann: Das „Too big to fail“ ist ja ein Geschäftsmodell. Es gibt erwiesenermaßen die gezielte Absicht, Banken durch Übernahmen immer größer zu machen, damit sie „too big to fail“ werden. Die Verknüpfungen zwischen Finanzwirtschaft und Politik sind enorm. Eigentlich kann man Regierungen, die aus aktiven oder früheren Mitarbeitern des Finanzsystems bestehen, gar nicht ernst nehmen. Da hat es zumindest eine mutige Aktion gegeben, nämlich das Eigentum der Oesterreichischen Nationalbank zu verstaatlichen und damit die Nationalbank von jenen Banken unabhängig zu machen, die sie prüfen sollte. Aber die Geldpolitik macht nun einmal nicht die OeNB sondern die EZB. Die Bankenrettungspakete sind überhaupt wahnsinnig witzig: Die Banken wurden nicht gerettet, es gibt nur einen Plan für die Zukunft, von dem man heute schon weiß, dass er nicht funktionieren wird, denn die Gelder müssen ja erst in den kommenden „Sparpaketen“ mittels Steuererhöhungen von den Bürgerinnen und Bürgern einkassiert werden. Die Banken sind rund um den Globus pleite. Darum kann man getrost so tun, als ob es sie nicht mehr gäbe.

derStandard.at: Aber noch gibt es sie.

Hörmann: Wenn wir uns die Kredite anschauen, können wir sie ignorieren. 1969 hat ein amerikanischer Architekt einen Prozess gewonnen, weil er seinen Hypothekenkredit nicht zurückzahlen wollte. Er hat sich auf den Rechtsgrundsatz berufen, dass in einer Leihe, wo ein Gegenstand erst entsteht, der vorher noch nicht vorhanden war, dieser Gegenstand auch nicht zurückgegeben werden muss. Da also in der Kreditschöpfung das Geld erst erzeugt wird, gibt es keinen Grund, diesen Kredit zurückzuzahlen. In den USA gibt es schon Bürgerrechtsbewegungen, die den Amerikanern empfehlen, sich zusammenzuschließen und Kredite nicht mehr zurückzuzahlen.

derStandard.at: Kommen wir noch einmal auf die Bilanzen zurück. Das Problem fängt Ihrer Ansicht nach schon hier an?

Hörmann: Es mangelt an der Abzählbarkeit der Größen, die in Bilanzen verwendet werden. Jemand, der ein Haus um zwei Millionen statt um eine Million kauft, weil er schlecht verhandelt hat, hätte dann ein um eine Million höheres Eigenkapital? Und wenn er jemanden findet, der es um zehn Millionen kauft, ist das dann ein Marktpreis? Es ist krank. Der Fair Value ist auch ein Betrugsmodell, weil man es mit geschenktem Geld und Strohmännern nachweislich missbrauchen kann. Der Fair Value gehört endlich abgeschafft. Er ist nichts anderes als der sogenannte Gemeine Wert, der Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Deutschen Handelsgesetzbuch eliminiert wurde, weil er auch da schon zu massenhaftem Gründungsbetrug bei Aktiengesellschaften geführt hat. Es ist ein flächendeckender Betrug über Kapitalgesellschaften und Banken in unserem Wirtschaftssystem. Aber das darf die Politik nicht zugeben, weil es zu nahe an jene Formulierungen heranreicht, die früher die Marxisten verwendet haben. Und das wäre ja allzu peinlich. Wobei man natürlich sagen muss, dass der Staatssozialismus und die Planwirtschaft überhaupt nicht funktionieren konnten, weil das ja tatsächlich Terrorregime waren.

derStandard.at: Derzeit werden die Stimmen, dass beispielsweise der Euro verschwinden wird, immer lauter. Brauchen wir Geld überhaupt noch?

Hörmann: Alle Währungen werden verschwinden, weil sie technisch nicht mehr funktionieren können. Ich schätze, dass es schon 2011 so weit sein wird. Wenn wir uns aber in eine neue Gesellschaft ohne Geld retten wollen, brauchen wir als Übergangphase mehrdimensionales Geld. Wir brauchen mehrere unabhängige Rechnungskreise in Form spezialisierter elektronischer Gutscheine. Um die Grundversorgung der Menschen abzudecken, wie Wohnraum, Energie, Lebensmittel usw., könnte man eine Inventur in den einzelnen Ländern aller verfügbarer Ressourcen und des Bedarfs machen. Dann wäre es notwendig, die vorhandenen Ressourcen pro Kopf so zu verteilen, dass für den Basislebensstandard alle versorgt sind. Hier müssen alle kooperieren, ohne dass sie in ein gewinnorientiertes Tauschkonzept verfallen. Die Gemeinschaft muss ohne Wenn und Aber und ohne Gegenleistung Kinder, alte und kranke Menschen erhalten, und alle müssen mit diesem Grundlebensstandard versorgt werden, egal welche oder ob sie überhaupt eine Leistung vollbringen.

derStandard.at: Wir sprechen also von einem bedingungslosen Grundeinkommen?

Hörmann: Genau. Aber nicht in Geld, sondern in Gütern und Dienstleistungen. Im Bereich des Luxus kann die Gesellschaft dann basisdemokratisch entscheiden, für welche individuellen oder Gruppenleistungen Preise ausgeschrieben werden. Für tolle Erfindungen zum Beispiel, oder besonders schwierige oder mühsame Arbeiten. Das ist dann der Ansporn in einem motivierenden, leistungsorientierten Anreizsystem. Es reden ja alle von der Leistungsgesellschaft, aber Zinsen- und Dividendeneinkommen sind keine Leistung, sondern eine Vergütung für Eigentum. Da Geld sowieso eine gesellschaftliche Konstruktion ist, müssen wir uns nicht an der toten Materie orientieren, die in früheren Jahrtausenden die praktische Manifestation von Geld war. Geld selbst besitzt ja lediglich eine Informationsfunktion.

derStandard.at: Noch nehmen wir das Geld aber sehr ernst. Währungskrieg und Währungskrisen geistern durch die Medien.

Hörmann: Der wirkliche Skandal ist, dass unser gesamtes Geldsystem auf Schulden basiert. Das heißt, die Geldschöpfung funktioniert zu 97 Prozent in den Geschäftsbanken. Auch Staaten nehmen so Kredite auf: Die Zentralbanken machen das durch eine Bilanzverlängerung. Über eine Bilanzverlängerung kann man aber kein Geld erzeugen. Die chinesische Staatsbank erfindet auch Geld aus Luft, nur lustigerweise, ohne dass eine Staatsschuld entsteht. Das sollten wir auch machen. Der chinesische Wirtschaftswissenschafter Wu hat bei einem Vortrag an einer amerikanischen Universität gesagt: Er werde oft gefragt, warum es in China so viele Unternehmensgründungen gegeben hat. Die chinesische Staatsbank habe Gründungskredite hergegeben, die waren unverzinst und mussten nicht zurückgezahlt werden. Das kann man natürlich nur als Zentralbank machen, wenn man einseitig bucht und nicht gleichzeitig Schulden erzeugt. Und wenn man dann sagt: Um Gottes Willen, dann gibt’s ja Inflation! Das haben die Chinesen über eine Preisregulierung gesteuert und waren damit wieder die Schlaueren. Das will aber bei uns keiner hören, weil das geht gegen das Dogma der freien Märkte, die Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten sind.

derStandard.at: Ist China da wirklich ein Vorbild?

Hörmann: Die Chinesen machen es richtig. Sie picken sich aus den beiden politischen Systemen jeweils die Rosinen raus und sind offenbar so flexibel zu sagen: Das, was in unserem alten System gut funktioniert hat, behalten wir bei. Und das, was im kapitalistischen System gut ausschaut, das übernehmen wir. Es ist eine Mischform, die sich noch dazu laufend weiter entwickelt, also einer Evolution unterliegt. Aus Sicht der Elite in China ist es einfach, solange sie es so steuern kann. Ob es für die gesamte Bevölkerung, insbesondere für die Landarbeiter so einfach ist, ist eine andere Frage.

derStandard.at: Wo sehen Sie unser Wirtschaftssystem nun in Zukunft?

Hörmann: Solange Eigentümer etwas produzieren, damit Konsumenten es gegen Geld kaufen, werden wir in absehbarer Zeit in einen Zustand geraten, wo die öffentliche Hand, die Gelderzeuger, die Konsumenten dafür bezahlen müssen, dass sie einkaufen gehen. Nur dann werden die Eigentümer noch ihre Gewinne erzielen können. Denn durch Arbeit in immer stärker rationalisierten und automatisierten Prozessen wird kein Mensch mehr sein Einkommen verdienen können. Wir wissen, dass zehn Prozent der berufstätigen Bevölkerung von ihren Arbeitseinkommen nicht mehr leben können. In Wirklichkeit müssten wir darüber in Freude ausbrechen. Zu Beginn der Industrialisierung war die betriebswirtschaftliche Maßgröße eingesparte Arbeitsstunden. Und genau das ist die einzig sinnvolle ökonomische Größe.

derStandard.at: Sie wünschen sich also eine neue Weltordnung?

Hörmann: Globalisierung richtig verstanden, bedeutet, dass es keine Standortpolitik mehr gibt. Es gibt nur einen Standort, und das ist der Planet Erde. Und es gibt auch nur eine Nation, das ist die Menschheit. Diese ist natürlich vielfältig, und muss liebevoll und empathisch miteinander kommunizieren. Wir müssen auch die Vertreter der sogenannten Elite, dort abholen, wo sie heute stehen. Wir dürfen keine Sündenböcke suchen. Denn wir müssen ihre Verlustängste berücksichtigen und sagen: Ihr werdet zwar etwas verlieren, aber das sind nur Zahlen auf Papier oder Displays. Und wenn ihr mitarbeitet, dann können wir jede Form von Lebensstandard schaffen und zwar für eine breite Bevölkerung. Das schafft dann auch Sicherheit, weil es keinen Neid mehr geben wird.

derStandard.at: In welchem Zeithorizont denken Sie an diese neue Gesellschaftsordnung?

Hörmann: Drei Jahre. Die Frage ist nämlich, schafft es die Menschheit, in drei Jahren dieses Konzept umzusetzen oder wird sie gar nicht mehr bestehen. Wir haben nämlich massenhaft ökologische und soziale Probleme, in vielen Ländern stehen wir kurz vor der Revolution.

derStandard.at: Sie reden also vom ultimativen Crash?

Hörmann: Richtig. Wie die Gesellschaft in Zukunft leben wird oder will, kann nur die Gesellschaft selbst entscheiden und zwar nach dem Mehrheitsprinzip. Das geschieht demokratisch in der Vernetzung. Hierarchische Strukturen können aus informationstheoretischer Sicht nie funktionieren, weil die Personen an der Spitze der Pyramide das Wissen nicht haben. Sie werden von den Schichten darunter permanent belogen. Wie man sich als einfacher Bürger gegen Überwachung oder Schikanen wehren kann, ist bekannt: Man lügt die Mächtigen einfach an. Daher brechen sämtliche hierarchische Systeme, ob das Regierungen, Staaten, Schulsysteme oder Unternehmen sind, momentan zusammen und die Menschheit vernetzt sich über das Internet auf einer Ebene neu, über das „global brain“. Hier entstehen dann völlig neue Spielregeln nach dem Prinzip der Emergenz. (Daniela Rom, derStandard.at, 13.10.2010)

FRANZ HÖRMANN ist Professor am Institut für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen der Wirtschaftsuniversität Wien.

http://derstandard.at/1285200656759/derStandardat-Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft

Wir werden für DUMM verkauft

Schock-Rede von Sahra Wagenknecht (Die Linke) vor dem BRD-Bundestag am 30.11.2012

über weiter wachsende Schuldenberge,
über vernichtende Griechenland-Hilfe,
über Hilfen für Banken und private Spekulanten zur Erreichung von Traumrenditen,
über die Konkurrenzverschleppung des deutschen Staates,
über die effektive Veruntreuung von Steuergeldern,
über den Umgang mit unserem Geld,
über den Bankrott der politisch Regierenden,

 

 

http://www.youtube.com/watch?v=-zgnUgKsHRo