The Money Fix

„DAS GELD FIX“ ist ein abendfüllender Dokumentarfilm,

  • der die Beziehung unserer Gesellschaft mit dem allmächtigen Geld (Dollar) erkundet.
  • der die wirtschaftliche Strukturierung sowohl in der Human- als auch in der natürlichen Welt untersucht
  • der uns dadurch hilft zu lernen, wie wir uns selbst befähigen durch die Neugestaltung der „Wirtschaft“ auf kommunaler Ebene.
  • der drei Arten von alternativen Geld-Systemen dokumentiert, die alle wirtschaftlichen Probleme lösen im Sinne der Gemeinschaften.

Herkömmliches Geld ist nur ein Weg, um Wohlstand zu messen.

Wie messen Sie Ihren Reichtum?

Hier der Inhalt auf Deutsch: Inhalt auf Deutsch von The Money Fix

 

Duration: 1 hour, 19 minutes and 5 seconds
Country: United States
Language: English
License: CC – Attribution Non-commercial No Derivatives
Genre: Documentary
Producer: Alan Rosenblith
Director: Alan Rosenblith
Views: 76.493 (60.555 embedded)
Posted by: alanrosenblith on 17.08.2009

Feature length documentary exploring our society’s relationship with the almighty dollar.

Visit http://www.themoneyfix.org for more information.

 http://www.themoneyfix.org.

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Regional-Währung „Beki“ erfolgreich

Stern.de berichtet am 30.07.2013:

Der „BEKI“ ist die erste Regionalwährung in Luxemburg und immer beliebter. Sie wurde zu Beginn des Jahres 2013 eingeführt. Seit dem akzeptieren bis heute 54 Geschäfte in der west-luxemburgischen Kanton Redingen den „Beki“ als Zahlungsmittel. Der BEKI funktioniert in einem geschlossenen Kreislauf, der in Vereinsform organisierten ist, ähnlich einem ein Gutscheinsystem. Ein Beki entspricht dem Wert eines Euro. Heute sind etwa 71.000 Beki im Umlauf. Die Zahl der Vereinsmitglieder, die mit „Beki“ bezahlen, liegt heute über 350.
„Wir sind nicht gegen den Euro und gegen Europa, aber wir wollen etwas Zweites dazu schaffen“, sagt Max Hilbert.
Das Ziel diese Regionalwährung bestehe darin, über dieses Zahlungsmittel stärker in der Region zusammenzuarbeiten und anzuregen, erfolgreicher für den Regionalmarkt etwa herzustellen oder zu leisten.
Für die Gemeinde Beckerich ist der BEKI ein weiterer erfolgreicher Schritt auf dem Weg zu einer größtmöglichen Selbständigkeit. Bürgermeister Camille Gira: „Wir wollen das Recht haben, unsere Entwicklung selbst zu gestalten.“

Occupymoney

Für eine faire Geldordnung,die gleichzeitig dem Wohl des Einzelnen und dem Wohl der Allgemeinheit dient.

Jetzt und in der Zukunft – für unsere Kinder und Enkelkinder.

Weitere Informationen unter www.occupymoney.de

Mission Statement

Unsere Organisation fokussiert sich auf die Investigation zu aktuellen Geschehnissen im Finanzsektor, der allgemein verständlichen Bürger-Aufklärung zu Geldmarktthemen, sowie auf die Entwicklung alternativer Finanzmarktlösungen für eine faire Geldordnung.

Warum gibt es OCCUPY MONEY?
Die Finanzkrise 2008 war eine historische Zäsur in der Wirtschaftsgeschichte, denn sie brachte offen zu Tage, dass die westlichen Industrienationen sich in einer ökonomischen Sackgasse, d.h. Wohlstandillusion, befinden. Eine wesentliche Rolle bei der Entstehung dieser wirtschaftlichen Blase spielte unser heutiges Banken- und Geldsystem mit starken Implikationen für die Vermögensverteilung und damit Gerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft. Der Weg aus der Wohlstandsillusion erfordert extreme wirtschaftliche Veränderungen mit gravierenden gesellschafftlichen Folgen, in denen Währungsreformen, wirtschaftliche Zusammenbrüche und politische Destabilisierungen wahrscheinlicher werden.

OCCUPY MONEY möchte über diese Themen, die vielen Betrachtern als „zu komplex“ erscheinen, durch einfache, informative aber auch kritische Aufklärung aufmerksam machen.

Was passiert ist?
Einfach gesprochen haben Gesellschaften sich selbst für den Konsum zu viel Geld geliehen ohne diese Unnachhaltigkeit zu bemerken.

Wie war das möglich?
These 1: „Einfach gesprochen haben Gesellschaften sich selbst für den Konsum zu viel Geld geliehen…“
Die These klingt auf den ersten Eindruck zirkulär und folglich nicht schlüssig. Sie ist aber dann möglich, wenn im Wirtschaftskreislauf Kredite vergeben werden können, ohne daß vorher jemand gespart haben müssen. Ein solches Geldsystem nennt man fraktionelles Reservesystem: Kredite entstehen per doppeltem Bucheintrag auf der Bilanz der Banken ‚aus dem nichts‘. In so einem System leben wir heute. Das Hauptmerkmal ist, daß sich dieses System verselbstständigen kann, wenn die Kontrolle der gesellschaftlichen Instanzen in Form der Politik oder des Regulators versagt oder „gekauft“ wird: Eine exzessive Kreditvergabe hat drei negative Effekte:

1) Sie schafft eine unnachhaltige Blase, weil die Nachfrage zu einem Großteil auf zukünftig erwarteten Einkommen basiert
2) Sie unterminiert die Stabilität des Finanzsystems, weil die Banken stark gehebelt sind
3) Sie generiert den Banken Seignoragegewinne, die eigentlich der Gesellschaft zustehen

Da Kredite und Schulden zwei Seiten einer Medaille sind, spricht man von der Verschuldungskrise. Wichtig: Verschuldet ist nicht nur der Staat, sondern auch die privaten Haushalte und Unternehmen. Alle drei Sektoren sind wichtig.

These 2: „…ohne diese Unnachhaltigkeit zu bemerken“
Laut der Wirtschaftstheorie ist diese Entwicklung nicht möglich. Alle Marktteilnehmer in einer Wirtschaft verhalten sich rational, d.h. voraussehend und vernünftig. Laut dieser Theorie müssten Banker und Kreditnehmer die Risiken der exzessiven Kreditvergabe erahnen und voraussehend entgegenwirken. Allerdings straft die Realität die Ökonomen Lügen: In der Realität sorgt eine exzessive Kreditvergabe für steigende Nachfrage nach Wirtschaftsgütern mit positiven Effekten für Land und Leute, an denen jeder gerne teilhaben möchte. Im Endeffekt verursacht menschliches Herdenverhalten, also die Abkehr von der Rationalität, einen langen Aufwärtstrend durch positive Rückkopplungseffekte.

Warum ist das schlecht?
Ab einem bestimmten Zeitpunkt kann dieser unnachhaltige Prozess nicht mehr fortgeführt werden. Dieser Punkt ist erreicht, wenn die Kreditnachfrage gesättigt ist und die Menschen erkennen, dass Ihre Zukunftserwartungen zu positiv waren. Auslöser ist oftmals eine Wirtschaftsabschwächung. Die Reduzierung der Verschuldung wird für viele Menschen zur Priorität, hat aber rezessive Effekte für die Gesamtwirtschaft. Der daraus resultierende starke Wirtschaftsabschwung verschärft die ungerechte Vermögens- und Einkommensverteilung, die bereits aus der Kreditblase resultierte.

Was hat das mit der Eurokrise zu tun?
Die Eurokrise ist separat von der Verschuldungskrise (Vermögenskrise) zu betrachten. Die Eurozone kann als ein enges Korsetts verstanden werden, welches natürliche wirtschaftliche Anpassungsmechanismen verhindert. Diese Problematik verschärft die Folgen der Verschuldungskrise. Die zentrale Frage der Eurokrise ist die Höhe des Vermögenstransfers von Nord nach Süd solange ökonomische Ungleichgewichte, d.h. unterschiedliche
Wettbewerbsfähigkeit, bestehen.

http://www.occupymoney.de

Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte:

Am Scheideweg
Krise des Kapitalismus – Krise der Demokratie?.
Veranstaltungsbeiträge über Web-TV als Link

Ohnmächtige Demokratie – autistische Ökonomie
Wer kontrolliert Finanzsystem und Ratingagenturen?
Veranstaltungsbeiträge über Web-TV als Link

Enteignung der öffentlichen Hand?
Von der Banken- zur Staatsschuldenkrise?
Veranstaltungsbeiträge über Web-TV als Link

Wissenschaft als Krisenhelfer?
Muss Forschung, Politik und Öffentlichkeit mehr Orientierung geben?
Veranstaltungsbeiträge über Web-TV als Link

Was hats gebracht?
Occupy als Anfang einer neuen Bürgerbewegung?
Veranstaltung unter Mitwirkung von OCCUPY MONEY.
Veranstaltungsbeiträge über Web-TV als Link

http://www.occupymoney.de/downloads.html

Gesellschaftlicher Wandel mit Geldreform

Prof. Dr. Margrit Kennedy – Die Geldreform als Bestandteil des gesellschaftlichen Wandels

… den Schleier wegnehmen und sehen, was wirklich los ist = Apokalypse!

Vortrag aus dem Jahre 2012:

1. Geldreform als Bestandteil des gesellschaftlichen Wandels (ausgehend vom exponentiellen Wachstum des Zinseszinses)

2. Komplementäre Währungen

3. Vorschlag für die nächsten Schritte der Bewegung

Werke von Margrit Kennedy:

  • Occupy Money, J. Kamphausen, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-89901-595-9
  • U. a. Margrit Kennedy: Die Lifestyle-Falle, Rhombos-Verlag, 2007, ISBN 978-3-938807-49-1
  • Frauen leisten die wichtigste Arbeit. Vier Aufsätze über die Situation der Frauen in der Wirtschaft (mit Helmut Creutz und Hans Weitkamp), Gauke, Kiel 1996, ISBN 978-3-87998-436-7
  • Handbuch ökologischer Siedlungs(um)bau (hg. mit Declan Kennedy), Reimer, Berlin 1998, ISBN 978-3-496-02638-9
  • Energetische Optimierung einer Produktionshalle unter besonderer Berücksichtigung eines innovativen Lüftungskonzeptes. Abschlussbericht Teil 1, hg. v. Margrit Kennedy et al., IRB, Stuttgart 1999, ISBN 978-3-8167-5456-5
  • Geld ohne Zinsen und Inflation. Ein Tauschmittel, das jedem dient, Goldmann, München 2005, ISBN 978-3-442-12341-4, Erstmals 1987 publiziert, danach immer wieder überarbeitet und in 22 Sprachen übersetzt. Die Ausgabe von 2006 ist Online im Volltext erhältlich.
  • Regionalwährungen. Neue Wege zu nachhaltigem Wohlstand (mit Bernard A. Lietaer), Riemann, München 2006, ISBN 978-3-570-50052-1

Apokalypse des Geldsystems

Hans Jürgen Klaussner

Die Aufgabe eines Finanzsystems wäre es, ein Wertmesser zur Verrechnung von Leistung zu sein. Unser weltweites Finanzsystem ist weit mehr als das.
Durch Zinswirtschaft erzeugt es unglaubliche Mengen von Geld direkt aus dem Nichts. Nutznießer dieses Geldes sind „National-Banken“, die nicht den Nationen, sondern privaten Bankiers gehören!
Dieses System führte dazu, dass jedes Land unserer Erde unter einer astronomischen Verschuldung leidet. Das ist kein Zufall, sondern bewusst so herbeigeführt.
Wo das Geld ist, ist auch die Macht; und das Geld ist nicht bei den Staaten.
Das System wurde angelegt, um die Kontrolle über alle Länder der Welt zu erreichen…

Diese Finanzstruktur ist nicht mehr wirtschaftsfähig.
Da die weltweite Verschuldung größer ist, als das weltweit vorhandene Geld, verliert es seinen inneren Halt.
Seither wird es durch Manipulation, fehlende Aufklärung und die Einführung des bar- geldlosen Rechnungswesens künstlich aufrecht erhalten.

In diesem Video wird Ihnen ein Wirtschaftssystem gezeigt, das auf völlig anderen Grundsätzen aufgebaut ist und bereits seit längerer Zeit
in Gemeinschaften praktiziert wird.
Es hat als Grundlage die Leistung des Einzelnen und kommt ohne Banken und jede Verzinsung aus.
Es könnte das Wirtschaftssystem des neuen Zeitalters sein.

Video: Hans Jürgen Klaussner

http://www.youtube.com/watch?v=cp4AXLGrL8c

Hans Jürgen Klaussner
Apokalypse des Geldsystems

HuMan-Wirtschaft
„Kreditismus“ als Lösungs-Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus
Was die Lösung sein könnte für die heutige Kreditwürdigkeitskrise,
den daraus resultierenden globalen Geldmangel
sowie die Zunahme der Sozialhilfe-Abhängigen in den
reichen Industriestaaten beschreibt dieses Buch einfach
und logisch. Gewinnschutzmodelle wie – Zünfte – Staatsmonopole
– Zölle – Patente und eigene Schutzwährungen
wären sinnvoll. Sie stellt eine Wirtschaftstheorie gegen die
seit 1996 herrschende Marksättigung vor, in der die Gewinne
automatisch nach Null tendieren. Die HuMan-
Wirtschaft kann das alte Preisschutzsystem mit einer
zinslosen eigenen Verrechnungswährung, die auf zukunftsgerichteten
Leistungskredit der Unternehmer aufbaut
einführen und damit den weltweiten Wohlstand gerechter
verteilen.

Hans-Jürgen Klaussner ist selbständiger Unternehmer.
Abschluss BMS Berufs-Mittelschule. 3 Jahre EDV- und Buchhaltungslehrer an einer eigenen Computer-Schule.
Die Grundidee zur HuMan-Wirtschaft hatte er bereits 1971.
Das gleichnamige Buch entstand nach 25 Jahren Forschung 1996.
Darauf gründete er diverse WEGGenossenschaften in CH-Biel, Wien, München,
2002 Online-Start mit der EUROWEG Verrechnung für einen bankenunabhängigen Warenkredit-Markt im Internet mit der Vernetzung der Unternehmer.

Der Autor beschreibt sehr treffend unsere heutige Geldkrise, die nur durch ein komplett neues Geldsystem beendet werden kann.

Fachleute nennen das, was kommen muss, die Dritte Revolution des Geldes:
1. Revol. Metallgeld um -600 v.Chr.
2. Revol. Papiergeld um 1650
3. Revol. Elektronisches Geld ab 2013

Die erste Revolution war die Erfindung der Goldmünze.
Der Erzeuger war der König
Die zweite Revolution war die Erfindung des Papiergeldes.
Die Erzeuger waren die privaten Banken.
Die dritte Revolution wird von der Einführung des reinen Computergeldes als definitive Buchhaltung in die Geschichte eingehen, in der die Unternehmer durch Vernetzung ihrer Buchhaltungen über das Internet die Warenbuchhaltung gleich zur Geltungsbuchhaltung, also zum Gelt der Zukunft machen.
Die Erzeuger sind nun die Unternehmer und die Kunden selber.
Sie ersetzen das Bankengeld der 2. Generation und die dazu eingeführte doppelte Buchhaltung durch die definitive Buchhaltung im Internet. Der Zins und der Geldmangel werden aufgelöst. Dadurch wird auch die längst bekannte Untauglichkeit des Zinses als Steuermittel für Wachstum oder als Inflationsbekämpfer ersetzt. Systeme wie Kreditnehmerbetreuung und Konkursabsicherung ermöglichen den zukunftsgerichteten Warenkredit, wodurch sich jeder Mensch und jedes Land sich so entwickeln kann, wie es seinen persönlichen Bedürfnissen entspricht.

HuMan-WEG Partei Schweiz,
Industriestrasse 28, CH-2545 Selzach,
www.kreditie.ch

Human-way Partei Österreich, Schlossgasse 3, A-3950 Gmünd,
www.human-way.at

Human-way Partei Deutschland,
Walter Freitag Str. 22, D-42899 Remscheid,
www.euroweg.net
www.kreditie.at

Das Ende des Geldes

"Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem
 Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt
 wird", meint Franz Hörmann.

Interview mit Dr. Franz Hörmann, Univ. Prof. im Institut für Unternehmensrechnung an der Wirtschaftuniversität Wien, Autor des Buches „das Ende des Geldes“ – und wie es weiter gehen KÖNNTE.

Banken erfinden Geld aus Luft
DANIELA ROM, 13. Oktober 2010, 07:05

Warum das Finanzsystem ein Betrugsmodell ist, was Bilanzen damit zu tun haben und warum der ultimative Crash droht, erklärt der Wiener Wirtschaftwissenschafter Franz Hörmann
Für Franz Hörmann, Professor an der Wirtschaftsuniversität in Wien, ist die Zeit der Banken und des Geldes vorbei. Ein Paradigmenwechsel sowohl in den Wirtschaftswissenschaften, als auch in gesamtgesellschaftlicher Hinsicht, ist für ihn unumgänglich. Im Gespräch mit derStandard.at erklärt er, warum wir die Banken getrost ignorieren können, die freien Märkte „Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten“ sind und noch in den nächsten drei Jahren der Zusammenbruch des gesamten Systems droht.

derStandard.at: Sie gehen davon aus, dass sich Gesellschaft und Wirtschaft in den kommenden Jahren völlig verändern werden. Hat unser derzeitiges Finanz- und Wirtschaftssystem ausgedient?

Franz Hörmann: Definitiv in jeder Hinsicht. Weil wir aus Sicht der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften Modelle verwenden, die auf die alten Römer zurückgehen. Das Zinseszinssystem stammt aus dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend, die doppelte Buchhaltung aus dem 15. Jahrhundert. Und es gibt keinen Bereich unserer Gesellschaft und der Wissenschaften, wo Methoden dieses Alters überhaupt noch ernst genommen werden. Aber es dient dazu, gesellschaftliche Eliten mächtig und reich zu erhalten, deswegen ändert sich nichts.

derStandard.at: Läutete die Krise nun ein Umdenken ein?

Hörmann: Das denke ich schon. Die heutige Krise geht von den Banken aus. Banken erfinden im Kreditprozess Geld. Wenn man aber Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weiter gibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell. Das ist auch der Hintergrund des Bankgeheimnisses. Banken können überhaupt nicht offenlegen, wo beispielsweise die Zinsen für Sparbücher, Bausparverträge oder Sonstiges herkommen. Denn wenn sie das täten, müssten sie zugeben, dass das alles in Wirklichkeit verkettete Pyramidenspiele sind. Diese verdeckte Geldmengenausweitung hat mit der doppelten Buchführung begonnen. Weil wenn man mit Geld eine Sache kauft, dann wechselt das Geld in Wahrheit den Besitzer. Der Verkäufer hat das Geld, der Käufer hat die Sache. Ab dem Moment ist die Sache aus wissenschaftlicher Sicht nicht mehr in Geld bewertbar. Trotzdem schreiben wir diese Geldbeträge in Bilanzen rein.

derStandard.at: Den Banken und dem Finanzsystem zu vertrauen ist also ein Fehler?

Hörmann: Das Vertrauen ist ja in den letzten Jahren von den Banken systematisch missbraucht worden. Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird. Solange man mit Eigenkapital als Sicherheit zur Bank geht und die erzeugt aus Luft echtes Geld, das eine Zahlungsmittelfunktion hat, haben wir ein Problem. Eigenkapital ist eben kein Geld, es ist eine Rechengröße. Nach irgendwelchen Regeln wird die Aktivseite bewertet und dann die Schulden abgezogen. Wenn ich ein drei Meter langes Brett habe und ziehe ein zwei Meter langes Brett ab, dann hab ich immer noch kein ein Meter langes Brett, ich habe eine Differenz. Wenn ich ein ein Meter langes Brett haben will, dann muss ich die zwei Meter abschneiden. Ökonomisch heißt das, ich muss die Aktiva liquidieren, damit ich das Geld kriege. Zu Liquidationserlösen sind aber alle Unternehmen weltweit pleite. Auch Staaten können sich daher in Wirklichkeit gar nicht verschulden. Ein Staat, wenn man ihn als Summe des gesamten Geldflusses versteht, wo soll sich der verschulden? Warum gerade bei einer Privatbank? Ein Staat müsste sein Geld eigentlich selbst erzeugen, und zwar basisdemokratisch.

derStandard.at: Was ist dann von einer Rettung wie im Falle Griechenlands zu halten?

Hörmann: Die europäischen Länder haben nicht unbedingt die Griechen gerettet, sondern ihre eigenen, in erster Linie die deutschen Banken, die hier absurde Kredite vergeben haben. Die Zusammenhänge sind auch völlig absurd, wenn man sich Folgendes überlegt: Der Staat verschuldet sich bei den Banken, um die Zinsen der Schulden, die er bei den Banken hat, zu begleichen oder um die Banken zu retten, bei denen er selber Schulden hat. Da versteht ja keiner mehr, wer eigentlich bei wem Schulden hat und was Schulden eigentlich sind.

derStandard.at: Die Systemrelevanz von Banken und das „too big to fail“-Argument und die Bankenrettungspakete sind für Sie also reines Eigeninteresse?

Hörmann: Das „Too big to fail“ ist ja ein Geschäftsmodell. Es gibt erwiesenermaßen die gezielte Absicht, Banken durch Übernahmen immer größer zu machen, damit sie „too big to fail“ werden. Die Verknüpfungen zwischen Finanzwirtschaft und Politik sind enorm. Eigentlich kann man Regierungen, die aus aktiven oder früheren Mitarbeitern des Finanzsystems bestehen, gar nicht ernst nehmen. Da hat es zumindest eine mutige Aktion gegeben, nämlich das Eigentum der Oesterreichischen Nationalbank zu verstaatlichen und damit die Nationalbank von jenen Banken unabhängig zu machen, die sie prüfen sollte. Aber die Geldpolitik macht nun einmal nicht die OeNB sondern die EZB. Die Bankenrettungspakete sind überhaupt wahnsinnig witzig: Die Banken wurden nicht gerettet, es gibt nur einen Plan für die Zukunft, von dem man heute schon weiß, dass er nicht funktionieren wird, denn die Gelder müssen ja erst in den kommenden „Sparpaketen“ mittels Steuererhöhungen von den Bürgerinnen und Bürgern einkassiert werden. Die Banken sind rund um den Globus pleite. Darum kann man getrost so tun, als ob es sie nicht mehr gäbe.

derStandard.at: Aber noch gibt es sie.

Hörmann: Wenn wir uns die Kredite anschauen, können wir sie ignorieren. 1969 hat ein amerikanischer Architekt einen Prozess gewonnen, weil er seinen Hypothekenkredit nicht zurückzahlen wollte. Er hat sich auf den Rechtsgrundsatz berufen, dass in einer Leihe, wo ein Gegenstand erst entsteht, der vorher noch nicht vorhanden war, dieser Gegenstand auch nicht zurückgegeben werden muss. Da also in der Kreditschöpfung das Geld erst erzeugt wird, gibt es keinen Grund, diesen Kredit zurückzuzahlen. In den USA gibt es schon Bürgerrechtsbewegungen, die den Amerikanern empfehlen, sich zusammenzuschließen und Kredite nicht mehr zurückzuzahlen.

derStandard.at: Kommen wir noch einmal auf die Bilanzen zurück. Das Problem fängt Ihrer Ansicht nach schon hier an?

Hörmann: Es mangelt an der Abzählbarkeit der Größen, die in Bilanzen verwendet werden. Jemand, der ein Haus um zwei Millionen statt um eine Million kauft, weil er schlecht verhandelt hat, hätte dann ein um eine Million höheres Eigenkapital? Und wenn er jemanden findet, der es um zehn Millionen kauft, ist das dann ein Marktpreis? Es ist krank. Der Fair Value ist auch ein Betrugsmodell, weil man es mit geschenktem Geld und Strohmännern nachweislich missbrauchen kann. Der Fair Value gehört endlich abgeschafft. Er ist nichts anderes als der sogenannte Gemeine Wert, der Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Deutschen Handelsgesetzbuch eliminiert wurde, weil er auch da schon zu massenhaftem Gründungsbetrug bei Aktiengesellschaften geführt hat. Es ist ein flächendeckender Betrug über Kapitalgesellschaften und Banken in unserem Wirtschaftssystem. Aber das darf die Politik nicht zugeben, weil es zu nahe an jene Formulierungen heranreicht, die früher die Marxisten verwendet haben. Und das wäre ja allzu peinlich. Wobei man natürlich sagen muss, dass der Staatssozialismus und die Planwirtschaft überhaupt nicht funktionieren konnten, weil das ja tatsächlich Terrorregime waren.

derStandard.at: Derzeit werden die Stimmen, dass beispielsweise der Euro verschwinden wird, immer lauter. Brauchen wir Geld überhaupt noch?

Hörmann: Alle Währungen werden verschwinden, weil sie technisch nicht mehr funktionieren können. Ich schätze, dass es schon 2011 so weit sein wird. Wenn wir uns aber in eine neue Gesellschaft ohne Geld retten wollen, brauchen wir als Übergangphase mehrdimensionales Geld. Wir brauchen mehrere unabhängige Rechnungskreise in Form spezialisierter elektronischer Gutscheine. Um die Grundversorgung der Menschen abzudecken, wie Wohnraum, Energie, Lebensmittel usw., könnte man eine Inventur in den einzelnen Ländern aller verfügbarer Ressourcen und des Bedarfs machen. Dann wäre es notwendig, die vorhandenen Ressourcen pro Kopf so zu verteilen, dass für den Basislebensstandard alle versorgt sind. Hier müssen alle kooperieren, ohne dass sie in ein gewinnorientiertes Tauschkonzept verfallen. Die Gemeinschaft muss ohne Wenn und Aber und ohne Gegenleistung Kinder, alte und kranke Menschen erhalten, und alle müssen mit diesem Grundlebensstandard versorgt werden, egal welche oder ob sie überhaupt eine Leistung vollbringen.

derStandard.at: Wir sprechen also von einem bedingungslosen Grundeinkommen?

Hörmann: Genau. Aber nicht in Geld, sondern in Gütern und Dienstleistungen. Im Bereich des Luxus kann die Gesellschaft dann basisdemokratisch entscheiden, für welche individuellen oder Gruppenleistungen Preise ausgeschrieben werden. Für tolle Erfindungen zum Beispiel, oder besonders schwierige oder mühsame Arbeiten. Das ist dann der Ansporn in einem motivierenden, leistungsorientierten Anreizsystem. Es reden ja alle von der Leistungsgesellschaft, aber Zinsen- und Dividendeneinkommen sind keine Leistung, sondern eine Vergütung für Eigentum. Da Geld sowieso eine gesellschaftliche Konstruktion ist, müssen wir uns nicht an der toten Materie orientieren, die in früheren Jahrtausenden die praktische Manifestation von Geld war. Geld selbst besitzt ja lediglich eine Informationsfunktion.

derStandard.at: Noch nehmen wir das Geld aber sehr ernst. Währungskrieg und Währungskrisen geistern durch die Medien.

Hörmann: Der wirkliche Skandal ist, dass unser gesamtes Geldsystem auf Schulden basiert. Das heißt, die Geldschöpfung funktioniert zu 97 Prozent in den Geschäftsbanken. Auch Staaten nehmen so Kredite auf: Die Zentralbanken machen das durch eine Bilanzverlängerung. Über eine Bilanzverlängerung kann man aber kein Geld erzeugen. Die chinesische Staatsbank erfindet auch Geld aus Luft, nur lustigerweise, ohne dass eine Staatsschuld entsteht. Das sollten wir auch machen. Der chinesische Wirtschaftswissenschafter Wu hat bei einem Vortrag an einer amerikanischen Universität gesagt: Er werde oft gefragt, warum es in China so viele Unternehmensgründungen gegeben hat. Die chinesische Staatsbank habe Gründungskredite hergegeben, die waren unverzinst und mussten nicht zurückgezahlt werden. Das kann man natürlich nur als Zentralbank machen, wenn man einseitig bucht und nicht gleichzeitig Schulden erzeugt. Und wenn man dann sagt: Um Gottes Willen, dann gibt’s ja Inflation! Das haben die Chinesen über eine Preisregulierung gesteuert und waren damit wieder die Schlaueren. Das will aber bei uns keiner hören, weil das geht gegen das Dogma der freien Märkte, die Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten sind.

derStandard.at: Ist China da wirklich ein Vorbild?

Hörmann: Die Chinesen machen es richtig. Sie picken sich aus den beiden politischen Systemen jeweils die Rosinen raus und sind offenbar so flexibel zu sagen: Das, was in unserem alten System gut funktioniert hat, behalten wir bei. Und das, was im kapitalistischen System gut ausschaut, das übernehmen wir. Es ist eine Mischform, die sich noch dazu laufend weiter entwickelt, also einer Evolution unterliegt. Aus Sicht der Elite in China ist es einfach, solange sie es so steuern kann. Ob es für die gesamte Bevölkerung, insbesondere für die Landarbeiter so einfach ist, ist eine andere Frage.

derStandard.at: Wo sehen Sie unser Wirtschaftssystem nun in Zukunft?

Hörmann: Solange Eigentümer etwas produzieren, damit Konsumenten es gegen Geld kaufen, werden wir in absehbarer Zeit in einen Zustand geraten, wo die öffentliche Hand, die Gelderzeuger, die Konsumenten dafür bezahlen müssen, dass sie einkaufen gehen. Nur dann werden die Eigentümer noch ihre Gewinne erzielen können. Denn durch Arbeit in immer stärker rationalisierten und automatisierten Prozessen wird kein Mensch mehr sein Einkommen verdienen können. Wir wissen, dass zehn Prozent der berufstätigen Bevölkerung von ihren Arbeitseinkommen nicht mehr leben können. In Wirklichkeit müssten wir darüber in Freude ausbrechen. Zu Beginn der Industrialisierung war die betriebswirtschaftliche Maßgröße eingesparte Arbeitsstunden. Und genau das ist die einzig sinnvolle ökonomische Größe.

derStandard.at: Sie wünschen sich also eine neue Weltordnung?

Hörmann: Globalisierung richtig verstanden, bedeutet, dass es keine Standortpolitik mehr gibt. Es gibt nur einen Standort, und das ist der Planet Erde. Und es gibt auch nur eine Nation, das ist die Menschheit. Diese ist natürlich vielfältig, und muss liebevoll und empathisch miteinander kommunizieren. Wir müssen auch die Vertreter der sogenannten Elite, dort abholen, wo sie heute stehen. Wir dürfen keine Sündenböcke suchen. Denn wir müssen ihre Verlustängste berücksichtigen und sagen: Ihr werdet zwar etwas verlieren, aber das sind nur Zahlen auf Papier oder Displays. Und wenn ihr mitarbeitet, dann können wir jede Form von Lebensstandard schaffen und zwar für eine breite Bevölkerung. Das schafft dann auch Sicherheit, weil es keinen Neid mehr geben wird.

derStandard.at: In welchem Zeithorizont denken Sie an diese neue Gesellschaftsordnung?

Hörmann: Drei Jahre. Die Frage ist nämlich, schafft es die Menschheit, in drei Jahren dieses Konzept umzusetzen oder wird sie gar nicht mehr bestehen. Wir haben nämlich massenhaft ökologische und soziale Probleme, in vielen Ländern stehen wir kurz vor der Revolution.

derStandard.at: Sie reden also vom ultimativen Crash?

Hörmann: Richtig. Wie die Gesellschaft in Zukunft leben wird oder will, kann nur die Gesellschaft selbst entscheiden und zwar nach dem Mehrheitsprinzip. Das geschieht demokratisch in der Vernetzung. Hierarchische Strukturen können aus informationstheoretischer Sicht nie funktionieren, weil die Personen an der Spitze der Pyramide das Wissen nicht haben. Sie werden von den Schichten darunter permanent belogen. Wie man sich als einfacher Bürger gegen Überwachung oder Schikanen wehren kann, ist bekannt: Man lügt die Mächtigen einfach an. Daher brechen sämtliche hierarchische Systeme, ob das Regierungen, Staaten, Schulsysteme oder Unternehmen sind, momentan zusammen und die Menschheit vernetzt sich über das Internet auf einer Ebene neu, über das „global brain“. Hier entstehen dann völlig neue Spielregeln nach dem Prinzip der Emergenz. (Daniela Rom, derStandard.at, 13.10.2010)

FRANZ HÖRMANN ist Professor am Institut für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen der Wirtschaftsuniversität Wien.

http://derstandard.at/1285200656759/derStandardat-Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft